Mai 2022

Neuer NABU-Vorstand im Amt
NABU Nienburg hielt Jahreshauptversammlung ab

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des NABU-Kreisverbandes Nienburg/Weser e.V. standen neben den üblichen Tagesordnungspunkten die Vorstandswahlen im Mittelpunkt.

Zu Beginn der Versammlung dankte der 1. Vorsitzende, Jens Rösler, ganz besonders den aktiven Mitgliedern für ihre wichtigen und uneigennützigen Beiträge, für das harmonische Vereinsleben und ihren Einsatz zum Erhalt unserer heimischen Natur, auch in der Pandemiezeit.

Der NABU-Vorstand nimmt leider weiterhin wahr, dass die Verwirklichung der Naturschutzziele von Jahr zu Jahr stetig erschwert wird und immer mehr Freizeit in Anspruch nimmt. Die Betreuung oder Aufnahme von neuen Projekten war aber Dank vieler engagierter Mitglieder, wenn auch wegen der Coronapandemie nur eingeschränkt, trotzdem möglich.

Der NABU Nienburg war in der Vergangenheit und ganz besonders in der Zeit des ersten Lockdowns in 2020, ein gefragter Gesprächspartner. Fast alle gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen sind bereit, mit dem NABU über die Ziele und Anliegen zu diskutieren oder suchten eigenständig das Gespräch.

Es geht darum, eine lebenswerte Umwelt für uns und unsere Nachkommen zu erhalten. Dafür will der NABU Nienburg weiter arbeiten und wenn nötig auch streiten. Für Mensch und Natur!

Für die nicht mehr für den Vorstand kandidierenden Danièle Duske und Klaus Hellmund wurde Emma Wittich als neue Jugendwartin und Udo Hauer als Schriftführer in den NABU-Vorstand gewählt. Spontan entschied sich Manfred Schank zur Kandidatur auf den seit 2019 nicht mehr besetzten Posten des Pressewartes und wurde in den Vorstand gewählt. Die anderen Vorstandsmitglieder (Jens Rösler, Dr. Anja Thijsen, Bernhard Schiewe), wurden einstimmig in Ihren Ämtern bestätigt.

Als Kassenprüfer wurden Benjamin Thijsen und Cord Fehsenfeld neu gewählt, die im nächsten Jahr die Finanzen prüfen werden.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft im NABU wurden Familie Kästner und in Abwesenheit Familie Heynen mit einer Urkunde geehrt. Auf 40 Jahre Mitgliedschaft können Dieter Wittneben und Klaus Ziegler zurückblicken, die für ihre Treue neben einer Urkunde auch eine Anstecknadel erhielten. Für die besonderen Verdienste im Namen des NABU wurde Klaus Hellmund von Dr. Nick Büscher, dem 1. stellvertretenden Vorsitzenden des NABU Landesverbandes Niedersachsen mit der Silbernen Ehrennadel des NABU ausgezeichnet. Auch Jens Rösler erhielt diese Ehrung während des Lockdowns allerdings bereits in 2021, die ihm leider zum damaligen Zeitpunkt nur in kleinem Rahmen überreicht werden konnte. So wurde die Laudatio nun von Dr. Anja Thijsen und Dr. Nick Büscher, im würdigen Rahmen nachgeholt.

Foto: Der neue Vorstand des NABU Kreisverband Nienburg/Weser e.V. © NABU Ni
Von links: Dr. Anja Thijsen (2. Vorsitzende), Udo Hauer (Schriftführer), Emma Wittich (Jugendwartin), Jens Rösler (1. Vorsitzender), Manfred Schank (Pressewart), Bernhard Schiewe (Kassenwart)

 

Dezember 2021

Winterfütterung mit Sachverstand

 

Zu einer „Winterfütterung mit Sachverstand“ hat der Naturschutzbund NABU aufgerufen. „Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, erläuterte Jens Rösler vom NABU Nienburg, „aber wir haben aufgrund der Zunahme der Anfragen den Eindruck, dass sich Futterhäuschen und Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.“ Das ist ganz im Sinne des Naturschützers: „Nur wer einen Bezug zur Natur herstellen kann, wird sich für ihre Erhaltung einsetzen. Daher ist die Winterfütterung auch in pädagogischer Hinsicht sehr wertvoll. Außerdem haben dadurch besonders Kinder und ältere Menschen die Möglichkeit, durch Vogelbeobachtung Freude und Verständnis für die Tierwelt zu entwickeln. Eine „Verteufelung“ der Winterfütterung ist daher unsinnig, solange sie mit Sachverstand erfolgt“. „Das gibt eine optimale Beobachtungsmöglichkeit,“ sagt Rösler, „Ich freue mich, dass durch die Winterfütterung so viele Menschen den Bezug zur Natur suchen.

Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers „keine Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen, insbesondere mit der gefürchteten Salmonellose, werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze sind geeigneter: Für alle Meisenarten eignen sich so genannte Futtertrichter am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist. Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, Erlenzeisig, Spatz und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien“, so Rösler weiter.

Bei der Auswahl des Futters sollte darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und beispielsweise keine ranzigen Fette verwendet werden. Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird. Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind. Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen. „Man kann auch selbst Rindertalg in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden“, empfahl der Naturschützer. „Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann ebenfalls im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. Denn bei entsprechender Anlage und Pflege „ist der Garten eine große Futterquelle“, erläutert Rösler. Ein einfaches, einleuchtendes Beispiel sind etwa die Halme von Stauden und Gräsern, die im Herbst und Winter ein bizarres Bild bieten, wenn sie abgestorben sind: Viele von ihnen sind markhaltig oder hohl, und in ihnen überwintern verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Diese Tiere können von Singvögeln leicht aufgespürt werden. „Eine echte Eiweißbombe für eine Blaumeise, wenn sie eine solche Made findet“, schmunzelt der Naturschützer. Daher sollten solche Halme möglichst im Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr abgeschnitten werden, um dann neuen Austrieben Platz zu machen. Auch in den Ritzen von Trockenmauern, die leicht aus Ziegelsteinen aufzuschichten sind, und natürlich in Reisighaufen, die auch als Igelunterschlupf in keinem Garten fehlen sollten, lässt sich für die Vögel ein reiches Nahrungsangebot finden.