Liebenauer Gruben

Großprojekt des NABU Nienburg

 

Seit 1969 wurde östlich von Liebenau und südöstlich der Ortschaft Binnen im Landkreis Nienburg/Weser auf ca. 100 Hektar Kies abgebaut. Dieser Abbau ist seit Ende 2008 beendet. In weiten Teilen ist das Gebiet bereits rekultiviert worden.
Seit Beginn der Abbautätigkeiten bis heute wird das Gebiet hinsichtlich der dort vorkommenden Avifauna intensiv vom NABU Nienburg ehrenamtlich  betreut. Sämtliche dort festgestellten Vogelarten wurden von Mitgliedern des NABU Nienburg (früher Ornithologischer Arbeitskreis Nienburg) dokumentiert.

Bereits seit einigen Jahren ist uns bewusst, dass dieses Gebiet außergewöhnlich hohe Bestände von bedrohten Brut- und Gast-/Rastvögeln aufweist.
Die gesamten Wasserflächen sind vom Landkreis Nienburg bzw. dem niedersächsischen Umweltministerium aufgrund des Nahrungsgebietes der Teichfledermaus als Schutzgebiet nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat Richtline (FFH Gebiet) der EU gemeldet worden.

Unser Antrag auf Sicherung des Gebietes und Ausweisung als Naturschutzgebiet wurde 2006 vom Landkreis Nienburg zunächst abgelehnt. Dann aber, im Dezember 2012, nachdem zu Beginn des Jahres ein weiteres Verfahren in Gang gesetzt wurde, konnten die Liebenauer Gruben endlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Ein Teil der Auskiesungsgewässer ist direkt an die Weser angeschlossen und wird daher regelmäßig überschwemmt. Dadurch haben sich an den Ufern der sich malerisch in die Landschaft schmiegenden Seen sogar wieder natürliche Auwaldgesellschaften angesiedelt – die seltenste Landschaftsform überhaupt.

Genau dieses reiche Angebot an verschiedenen Lebensräumen macht die Liebenauer Kiesgruben zu dem, was sie sind: eine Arche Noah für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. So haben Experten nicht nur 281 (!) Pflanzenarten in und an den Kiesgruben gezählt, von denen elf wie z. B. die Schwanenblume oder der Blutrote Storchenschnabel laut der Roten Liste Niedersachsens als gefährdet gelten. Insgesamt haben dort auch 58 brütende und 120 rastende Vogelarten Zuflucht gefunden, darunter so seltene Arten wie der Wachtelkönig oder die Flussseeschwalbe.

Das gesamte Gebiet der Liebenauer Kiesgruben ist in NABU-Hand übergegangen. Die Unterzeichnung des Kaufvertrages für das letzte Flächenpaket erfolgte im Dezember 2017 in Nienburg. Dies gelang uns nur dank der Unterstützung der NABU Stiftung Nationales Naturerbe, der  Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung und vieler Einzelspender! Insgesamt sind nun ca. 142 Hektar der  abwechslungsreichen Landschaft an den NABU übergegangen. Wir sind jedoch auch weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen!

Ansprechpartner:
Jens Rösler
Telefon: 05021 14869
E-Mail: Jens.Roesler@NABU-Nienburg.de