NABU Nienburg Presse

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Pressemitteilungen des NABU-Nienburg:

NABU-Projekt „Wildbienen machen Schule"

Die Kinder der Naturschutz-AG der Grundschule Husum haben zusammen mit den Betreuern vom NABU Nienburg, der Waldpädagogin Jessica Roßberg-Schramm, Frau Dr. Anja Thijsen und Danièle Duske, dass auf dem Schulhof vorhandene Insektenhotel gründlich renoviert. Damit die Wildbienen und anderen Insektenhotelbewohner auch schnell was zu futtern finden, wurde die benachbarte Pflanzspirale gleich mit einbezogen und mit insektenfreundlichen Blühpflanzen bestückt.

Insektenhotelprojekt_GS_Husum_2017_c_NABU
Insektenhotelprojekt GS Husum 2017 (c) NABU Nienburg

Das Projekt wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung im Rahmen der erstmalig stattfindenden Sommeraktionen, durch die Übernahme sämtlicher Material- und Werkzeugkosten unterstützt. Für die Befüllung der Fächer des Insektenhotels fanden unterschiedliche Materialien Verwendung, so dass ganz viele verschiedene Arten von Wildbienen und Solitärwespen ein Zuhause finden können. Dünnere und dickere Pflanzenstängel, gebohrte Hartholzblöcke, Tonröhrchen und Lehm wurden eingesetzt. Beim Bohren, Schleifen, Schneiden und Lehm stopfen unter fachkundiger Anleitung lernten die Kinder mit allerlei Werkzeugen und Materialien umzugehen und erfuhren, dass ganz sorgfältig gearbeitet werden muss, damit sich die Insekten beim Rein- und Rauskrabbeln in die Niströhren nicht verletzen.

Insektenhotelprojekt GS_Husum_2017 (c) NABU Nienburg
Insektenhotelprojekt GS Husum 2017 (c) NABU Nienburg

Am letzten Projekttag wurden Ohrwurmquartiere zum Mit-nach-Hause-nehmen gebaut. Die Husumer Grundschüler lernten neben den praktischen Arbeiten viel Spannendes über Wildbienen, andere Insekten, Blütenpflanzen und deren ökologische Bedeutung und haben gemeinsam ein Wildbienenposter für die Schule gestaltet.
Die ganze AG war in den Projektwochen mit viel Spaß und Stolz bei der Sache. Leider wurde die Freude durch Vandalismus getrübt. So wurden die Pflanzen ein paar Tage nach dem Einsetzen ausgerissen, Steine der Pflanzspirale weggerollt und das Dach des Insektenhotelkastens stark beschädigt.
Die nötigen Reparaturarbeiten wurden von NABU-Ehrenamtlichen rechtzeitig ausgeführt, so dass die Kinder und ein bezugsreifes Insektenhotel in die Sommerferien starten konnten.

NABU NI, 10.07.2017
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NABU schafft Nistplätze für Luftakrobaten
Mauerseglerschutzprojekt im Landkreis Nienburg/Weser startet durch.


Für die Mauerseglerfreunde ist die Zeit des Wartens vorbei, denn die pfeilschnellen Vögel sind pünktlich in der ersten Maiwoche im Landkreis Nienburg zurück. Dann hört man wieder ihre srrih, srrih-Rufe und sieht sie um Häuserecken flitzen. Ab Ende Mai nimmt die Mauerseglerpopulation sogar noch einmal zu. Die noch nicht geschlechtsreifen Nachkömmlinge treffen ein und halten Ausschau nach einem Nistplatz. Sie fliegen dabei den Brutvögeln hinterher, so dass ein regelrechter Schwarm entsteht. Damit beginnt die beste Zeit für die Bestandserfassung.

Mauersegler am Nistplatz
Mauersegler am Brutplatz. Foto (c) NABU, D. Erlenbach

Mauersegler sind im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln sehr gesellig und äußerst nistplatztreu. Sie beziehen neue Nistquartiere nur in der Nähe von angestammten Plätzen. Der erste Schritt für ihren Schutz ist deshalb das geduldige Aufspüren von Mauerseglerkolonien. Das gelingt am besten morgens und abends bei gutem Wetter. Die Arbeitsgemeinschaft Mauerseglerschutz des NABU Nienburg hat im letzten Jahr eine kreisweite Kartierung der Mauersegler gestartet und damit einen ersten Überblick bekommen, in welchen Orten sich noch Kolonien dieser Tiere befinden.
Der NABU sucht nun Hausbesitzer, die dieses nachhaltige Gebäudebrüterprojekt mit der Anbringung von Nisthilfen unterstützen möchten. Mauersegler sind sehr angenehme Untermieter. Sie hinterlassen kaum Spuren und abendliche Flugkunststücke und Insektenschutz gibt es gratis dazu. Der Landkreis Nienburg/Weser fördert das Projekt, so dass für die Hauseigentümer keine Kosten für die Nisthilfen entstehen.

Für Siegrid Tank-Bodermann, die Leiterin der Mauerseglerschutz-AG ist klar, dass das Artensterben auch in unseren Städten und Dörfern voranschreitet: „Ich bin mit Spatzen am Haus und Schwalben im Haus aufgewachsen und erlebe jetzt nur noch Restbestände. Wie sieht es in ein paar Jahren aus, wenn das letzte Haus saniert/wärmegedämmt ist und wir keine Nisthilfen für Gebäudebrüter zur Verfügung stellen?"
Jede Unterstützung für dieses Projekt ist sehr willkommen - sei es für die Bestandserfassung, die Montage von Nisthilfen oder von interessierten Hausbesitzern. Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig. Auf Kartierungsrundgängen im Juni oder Juli, können nach Absprache Interessierte Mitbürger die Mauersegler kennen lernen. Schon Anfang August machen sich die Sommergäste wieder auf den Weg nach Südafrika, wo sie den Winter verbringen. Hier im Landkreis beginnt dann die Zeit der Nisthilfenmontage, damit in den nächsten Jahren viele Kinderstuben angeflogen werden können.


Ansprechpartner für den Maueseglerschutz beim NABU Nienburg: Siegrid Tank-Bodermann und Benjamin Thijsen


Flyer, die das Projekt detailliert vorstellen, liegen an vielen Stellen aus oder können direkt beim NABU Nienburg angefordert werden. Kontaktdaten: NABU Nienburg, Siegrid Tank-Bodermann, Tel. 05025-541, Mauersegler@NABU-Nienburg.de.
< Download Mauersegler Flyer >

NABU Ni, 04.05.2017
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Neuer NABU-Vorstand im Amt
NABU Nienburg hielt Jahreshauptversammlung ab

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des NABU-Kreisverbandes Nienburg/Weser e.V. standen neben den üblichen Tagesordnungspunkten die Vorstandswahlen im Mittelpunkt. 

Zu Beginn der Versammlung dankte der 1. Vorsitzende, Jens Rösler, ganz besonders den aktiven Mitgliedern für ihre wichtigen und uneigennützigen Beiträge, für das harmonische Vereinsleben und ihren Einsatz zum Erhalt unserer heimischen Natur. Das erstmals in 2015 angebotene „Programm für Jedermann – Veranstaltungen für Familien“ wurde mit insgesamt ca. 400 Teilnehmern sehr gut angenommen und war somit erneut ein großer Erfolg.

Der NABU-Vorstand nimmt leider weiterhin wahr, dass die Verwirklichung der Naturschutzziele von Jahr zu Jahr stetig erschwert wird und immer mehr Freizeit in Anspruch nimmt.
Die Betreuung oder Aufnahme von neuen Projekten war aber Dank vieler engagierter Mitglieder trotzdem möglich. 

Der NABU Nienburg war auch 2016 ein gefragter Gesprächspartner. Fast alle gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen sind bereit, mit dem NABU über die Ziele und Anliegen zu diskutieren oder suchten eigenständig das Gespräch.
Es geht darum, eine lebenswerte Umwelt für uns und unsere Nachkommen zu erhalten. Dafür will der NABU Nienburg weiter arbeiten und wenn nötig auch streiten. Für Mensch und Natur!

Für die nicht mehr kandidierenden Claudia Lesemann und Klaus Boße wurden Frau Dr. Anja Thijsen als 2. Vorsitzende und Herr Bernhard Schiewe als Kassenwart in den Vorstand gewählt. Der 1. Vorsitzende Jens Rösler und die Jugendwartin Jessica Roßberg-Schramm wurden einstimmig in Ihren Ämtern bestätigt.
Als Kassenprüfer wurde Benjamin Thijsen neu gewählt, der mit Wilhelm Sprick im nächsten Jahr die Finanzen prüfen wird. 

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden in Abwesenheit Brunhilde Brauner und Thomas Schwab mit einer Urkunde geehrt.
Auf 40 Jahre Mitgliedschaft kann Fritz Hünecke zurück blicken, der für seine Treue neben einer Urkunde auch ein kleines Präsent erhielt.

 


Vorstand und Geehrter. Von links: Jessica Roßberg-Schramm, Dr. Anja Thijsen, Dierk Wessel, Fritz Hünecke, Jens Rösler, Klaus Hellmund, Bernhard Schiewe
Foto: (c) NABU NI

NABU NI, 14.03.2017
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Baumhelden gesucht!
NABU Nienburg startet Habitatbaumprojekt


Manch ein Baum im Wald müsste aus rein forstwirtschaftlicher Sicht längst geschlagen worden sein: Astlöcher, zum Teil vom Specht erweitert, zeigen an, dass im Innern nicht mehr alles bestes Furnierholz ist.
Dennoch sind solche Bäume keineswegs wertlos. Sie haben einen sehr hohen ökologischen Wert.
Alte Bäume erzählen Lebensgeschichten und manche ganz besondere. Habitatbäume sind Lebensraum für viele Tiere, Pflanzen und Pilze. Durch sie erst wird der Wald zum Wald. Denn Wald ist viel mehr als Holzernte. Hämmernde Spechte, schmackhafte Pilze und der würzige Geruch erfreuen Waldarbeiter, Förster, Naturschützer, Jäger, Jogger und Spaziergänger gleichermaßen.

Bedingt durch den rasanten Rückgang der Artenvielfalt, auch in den Wäldern des Landkreises Nienburg, hat der NABU-Kreisverband Nienburg/Weser e.V. ein Habitatbaumprojekt aufgelegt. Ziel ist es, Höhlenbäume in Privatwäldern zu erwerben, um eine möglichst lange Erhaltung der Bäume über das wirtschaftliche Nutzungsalter hinaus, bis hin zur Zerfallsphase zu sichern.

Ein Habitatbaum ist ein Baum mit besonderer Bedeutung für die biologische Vielfalt. Die dafür nötigen Baumstrukturmerkmale können ganz unterschiedlicher Art sein. Dazu zählen Spechthöhlen, Faulhöhlen, Rindentaschen, Pilzkonsolen, Stammverletzungen mit intensiver Holzfäule, massiver Kronenausbruch, Totholz, Blitzschäden oder Stammbruch.

Habitatbaum - Fichte mit Schwarzspechthöhlen
Habitatbaum - Fichte mit Schwarzspechthöhlen. Foto (c) NABU NI, J. Rösler

Von der Rettung der Bäume vor der Säge profitieren Vögel wie Waldkauz, Hohltaube aber auch Greifvögel, Insekten wie Wildbienen, Hornissen und Säugetiere wie Fledermäuse.
„Die Sicherung der Bäume ist eine nachhaltige, über Jahrzehnte andauernde Artenschutzmaßnahme zum Erhalt bedrohter Tierarten", sagt Jens Rösler vom NABU Nienburg. „Habitatbäume spielen eine sehr wichtige Rolle als Lebensraum für über 60 Tierarten", so Rösler weiter.
Damit diese Bäume in den Privatwäldern möglichst lange erhalten bleiben, kauft der NABU Nienburg ca. 250 Exemplare im Landkreis Nienburg.
Wie funktioniert das?
Melden Sie dem NABU Ihre "Baumschätze" aus den Wäldern des Landeskreises Nienburg. Dann können sie langfristig erhalten werden.
Auch private Waldeigentümer sowie Forstinteressengemeinschaften können dem NABU Nienburg Höhlenbäume außerhalb von Naturschutz- und FFH-Gebieten, melden.
Nach der Meldung der Bäume nimmt der NABU Kontakt zum Waldbesitzer auf und wird diese nach Verkaufseinwilligung bewerten, vertraglich sichern, mit einer Plakette markieren und per GPS zum späteren Wiederauffinden, einmessen. Die Bewertung des Einzelbaumes erfolgt transparent nach den aktuellen Waldbewertungsrichtlinien (WBR) unter der Berücksichtigung aller Pauschalen für die lebenslange Standzeit. Das heißt im Klartext, dass der schon geschädigte Habitatbaum mehr wert ist, als ein gesunder, gefällter Baum.

„Das Ziel dieses Projektes, welches sich im wesentlichen auf heimische Laubbäume mit vorhandenen Baumhöhlen, ausschließlich im Landkreis Nienburg bezieht, ist die möglichst lange Erhaltung lebender Habitatbäume, über das wirtschaftliche Nutzungsalter hinaus, bis hin zur Zerfallsphase. Natürlich immer unter der Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflichten", erklärt der NABU-Projektleiter Bernhard Schiewe.
Finanziell gefördert wird dieses extrem nachhaltige Artenschutzprojekt, vom Landkries Nienburg und von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Diese fördert den Erwerb der Bäume mit 26 900 Euro. „So werden sie nicht gefällt und zu Kaminholz verarbeitet, sondern können bis zur vollständigen Zersetzung vielen Lebewesen nützen", sagt Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr.

Waldkauz in Naturhöhle
Waldkauz in Naturhöhle. Foto: (c) NABU, P. Kühn

„Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele private Waldbesitzer sich beim NABU Nienburg melden würden, um Ihre Habitatbäume zum Kauf anzubieten und somit dieses, in unserer Region einzigartige Projekt, zu unterstützen", ergänzt Klaus Gänsslen, Fachdienstleiter Naturschutz beim Landkreis Nienburg.
Wo kann man sich melden?
NABU-Projektleiter für das Habitatbaumprojekt ist Herr Bernhard Schiewe, zu erreichen über Telefon: 04257 9841494 oder per E-Mail an: Habitatbaum@NABU-Nienburg.de.
Herr Schiewe wird alle Meldungen erfassen und alles Weitere veranlassen. In einem persönlichen Gespräch und nach Sichtung des Höhlenbaumes werden dann alle Modalitäten eingehend mit den Eigentümern besprochen.

NABU NI, 26.02.2017
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Mit dem NABU Kraniche und andere heimische Tiere erleben

Nicht nur Kraniche und viele andere Vögel zieht es im Herbst in den Süden, auch mit dem Familienprogramm des NABU Nienburg ging es in diesem Oktober auf Entdeckungstour in den Südkreis und sogar darüber hinaus.

Am ersten Oktobersonntag hieß es „Grus grus einmal ganz nah". Vom ersten Treffpunkt in Nienburg wurde mit Fahrgemeinschaften zur Vogelbeobachtungsplattform Uchte-Darlaten am Rand des Großen Moores gestartet. Dort warteten bereits weitere Interessierte. Bei dem einführenden Vortrag von NABU Mitglied Dr. Anja Thijsen wurde den Teilnehmern der Lebensraum Moor mit den Problemen, welche die Moornutzung mit sich bringt, nähergebracht. Die Teilnehmer erfuhren zudem auch Einzelheiten über den Kranichzug, z.B. dass Kraniche am liebsten stehend in flachem Wasser übernachten, weil sie dort vor Räubern wie dem Fuchs sicher sind. Moore mit ihren ausgedehnten Flachwasserbereichen eignen sich da hervorragend.

Unterstützt von fachkundigen NABU-Ornithologen und ausgestattet mit Ferngläsern und Spektiven ging es dann los zur Kranichbeobachtung und Moorentdeckung. Im Großen Moor übernachten in jedem Herbst mittlerweile tausende Kraniche. Bis zum Einbruch der Dunkelheit konnten laut einer Schätzung von dem erfahrenen Vogelkundler Horst Tiedemann auch am Exkursionstag mehr als 1000 einfliegende Kraniche beobachtet werden. Durch die Spektive konnten die wunderschönen Vögel ganz genau betrachtet werden.

Kranichexkurison Okt. 2016

Die zweite Familienexkursion, organisiert und betreut von NABU Jugendwartin Jessica Roßberg-Schramm, führte viele Naturfreunde in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen. Bei der anschaulichen Führung durch die Dipl. Biologin Helene Kruse gab es einen tiefen und spannenden Einblick in die Arbeit der Station und in die heimische Tierwelt. Die Kinder staunten über die Spannweite eines Seeadlers und hatten sogar die Möglichkeit, die Krallen von Greifvögeln zu ertasten. Lange in Erinnerung bleiben werden sicher auch die jungen Igel und die Minischweine.

Exkursion zur Arten- und Wildtierstation Sachsenhagen

Der Ausflug klang gemütlich mit Apfelpunsch und anderen Leckereien bei einem Picknick auf der Wiese aus, bei dem auch schon die eine oder andere Idee für das nächste Jahr geboren wurde.
Die nächste NABU Familienveranstaltung findet am 19. November in der Geschäftsstelle, Unter den Eichen 21 in Schessinghausen statt. Dann wird dort Vogelfutter hergestellt.

NABU NI, 31.10.2016

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NABU Nienburg engagiert sich auch am Steinhuder Meer.

Das Steinhuder Meer ist durch intensive Schutzbemühungen zu einem Refugium vieler in Niedersachen und ganz Deutschland ansonsten sehr seltener oder gar ausgestorbener Arten geworden. So sind durch verschiedene Schutzprojekte und Wiederansiedlungsprogramme z.B. sogar die Moorente (Aytha nyroca) sowie verschiedene weitere seltenere Enten- und Wasservögel wie bspw. die Flussseeschwalbe am Steinhuder Meer wieder heimisch.Trotz aller bisherigen Bemühungen fehlen an einzelnen Standorten geeignete biotop- und populationsvernetzende Stillgewässer zur langfristigen Optimierung.

Teichbau am Steinhuder Meer
Teichbau am Steinhuder Meer. (c) ÖSSM, T. Brandt 

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert nun neue Lebensräume für Enten und Wasservögel am Steinhuder Meer mit 5.000 Euro. Die Mittel setzt der NABU-Kreisverband Nienburg/Weser für die Aufwertung von zwei strukturarmen Grünlandflächen ein.

Teichbau am Steinhuder Meer
Teichbau am Steinhuder Meer. (c) ÖSSM, T. Brandt

Unmittelbar südlich des Steinhuder Meerbachs sind nun zwei Teiche entstanden, die auch Libellen und Amphibien nützen. Damit trägt der NABU in enger Abstimmung mit der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) zur weiteren Biotopvernetzung am Steinhuder Meer bei. 

NABU NI, 27.10.2016

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Sommerspaß bei NABU-Umweltbildungsaktionen

Der NABU-Kreisverband Nienburg konnte in diesem Sommer dank des großen Engagements vieler ehrenamtlich Aktiver aus dem gesamten Kreisgebiet sein Sommerangebot für Kinder kräftig ausbauen. Im Mittelpunkt standen Angebote im Rahmen der Sommerferienpassaktionen der Gemeinden.

Zwei Themenschwerpunkte wurden angeboten.
In der NABU-Geschäftsstelle in Schessighausen ging es um „Uhu, Kauz und Schleiereule". Zahlreiche Kinder aus den Regionen Rehburg, Husum und Liebenau wurden bei Theorie und Spiel zu richtigen Eulenexperten und widmeten sich ohne Scheu, dafür mit umso mehr Geduld und Ehrgeiz dem Sezieren von echten Schleiereulengewöllen. Dabei kamen viele Kleinsäugerknochen zum Vorschein, die mit Hilfe der NABU-Betreuer bestimmt und in ein Schaukästchen geklebt werden konnten.

Sommerspaß 2016
Beim sezieren von Gewölle - mit Herzblut dabei!  Foto (c) NABU NI

Hochwertige Waldkauzkästen wurden anschließend aus eigens angefertigten Bausätzen zusammengebaut. Diese sollen im kommenden Winter ihren Platz an hohen Bäumen im Landkreis finden und helfen die Waldkauzbestände zu stützen. Das Eulen-Programm zog anschließend nach Schweringen und wurde ergänzt durch den Bau von Höhlenbrüterkästen ein interessanter Sommerferienspaßprojekttag als Zusammenarbeit von NABU Nienburg und Heimatverein Schweringen.

Der zweite Themenschwerpunkt in diesem Sommer sind Gewässerexkursionen. Nienburger Kinder entdeckten Pflanzen und Tiere in einem alten Kiesabbaugebiet nahe der Stadt. Pilze und Pflanzen konnten mit ihren ausgeklügelten Vermehrungsstrategien begeistern. Besonders spannend aber war die Beobachtung verschiedener Entwicklungsstufen von Tieren. Vom Wasserfloh bis zum großen Reiher waren zahlreiche Größenordnungen und Tiergruppen vertreten. Beim Keschern kamen die Materialien aus dem „Fließgewässerkoffer" der Gebietskooperation Große Aue erstmalig zum Einsatz und konnten ausgiebig getestet werden.

Sommerspaß 2016 - Gewässerexkursion
Gewässerexkursion. Foto: (c) NABU NI

Ein besonderer Dank gilt der Bingo Umweltstiftung, mit deren freundlicher Unterstützung viele Forschermaterialien für das Projekt finanziert werden konnten. Auch der Bau der Waldkauzkästen wurde in diesem Umfang erst durch die Stiftung ermöglicht.

NABU Ni, 21.09.2016

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Für Mensch und Natur im Landkreis Nienburg unterwegs
NABU sucht Unterstützung

Für den Natur- und Umweltschutz vor Ort werben derzeit Studentinnen und Studenten im Landkreis Nienburg.

Die jungen Menschen sind in den nächsten Wochen von
13 - 21 Uhr für den Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) unterwegs, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für die Stärkung von Naturschutzprojekten im Landkreis zu gewinnen. Gesucht werden Fördermitglieder und Interessierte, die die gemeinnützigen und rein ehrenamtlichen Tätigkeiten des Vereins unterstützen möchten.

Der NABU ist im Landkreis Nienburg mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen für den Naturschutz und die Umweltbildung aktiv. Besonderen Stellenwert haben der Erhalt naturnaher Gebiete und wertvoller Kulturlandschaften als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, wie zum Beispiel das nachhaltige Großprojekt NSG Liebenauer Gruben.
Der Schutz der heimischen Vogelarten ist seit mehr als 40 Jahren Schwerpunkt des NABU Nienburg.
Ein neueres Projekt ist der Aufbau der NABU Geschäftsstelle in Schessinghausen. Dort finden mittlerweile auch regelmäßig Veranstaltungen statt, bei denen insbesondere Kinder an die Natur herangeführt werden. Weiterhin wird in den Räumlichkeiten umfangreiches Informationsmaterial zum Natur- und Umweltschutz vorgehalten.

Das NABU_Werbeteam
Die Studenten des NABU-Werbeteams mit Mitgliedern des Vorstandes vom NABU Nienburg bei der Auftaktaktion

Neue Fördermitglieder sind herzlich willkommen, um die erfolgreiche Naturschutzarbeit der letzten Jahrzehnte weiterhin umsetzen und ausbauen zu können.
Ein vorrangiges Ziel ist der vollständige Flächenerwerb der Liebenauer Gruben, um die außergewöhnliche Artenvielfalt in diesem Gebiet dauerhaft zu erhalten. Außerdem sollen sich dort wieder weitere seltene auentypische Arten, wie der Biber oder die Rohrdommel einfinden können.

Die Studentinnen und Studenten, die nun für den NABU werben, sind unschwer zu erkennen:
Sie tragen blaue T-Shirts, Jacken oder Westen, können sich mit einem NABU-Dienstausweis ausweisen und nehmen kein Bargeld oder Sachspenden entgegen.

NABU NI, 20.07.2016


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NABU appelliert an Landwirte
Wegeseitenränder müssen der Natur überlassen bleiben

Oftmals bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt stellen sich immer wieder Wegeseitenränder und Gewässerrandstreifen dar.
Wo eigentlich blühende Raine unsere Landschaft verschönern und als Lebensraum und Nahrungsbiotop für Tier- und Pflanzenarten dienen sollen, haben Pflug und Mähwerk häufig ganze Arbeit geleistet. Der NABU setzt sich vehement dafür ein, der Natur ausreichend Rückzugräume in unserer intensiv genutzten Landschaft zu lassen. Jetzt appellieren die Naturschützer noch einmal ausdrücklich Landwirte, die Grenzen der meist im öffentlichen Eigentum stehenden Wegeseitenräume zu respektieren.
„Die Vereinten Nationen haben 2010 zum "Internationalen Jahr der Artenvielfalt" erklärt, um auf den weltweit akut drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen aufmerksam zu machen," so Jens Rösler vom NABU Nienburg. Der Erhalt der Artenvielfalt fange jedoch nicht erst im Regenwald an, sondern am Ackerrand vor unserer Haustür, betont der Naturschützer. Die Landschaft würde immer intensiver genutzt werden, daher sei es nicht hinnehmbar, wenn auch noch Wegeseitenränder und Gewässerrandstreifen umgepflügt und regelmäßig gemäht würden. Diese Landschaftselemente haben eine herausragende Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. In diese Saumbereiche der Landschaft können sich viele Arten zurückziehen, sie sind oftmals die einzigen Brutmöglichkeiten für Vögel und Nahrungsbiotope für Insekten.

Über 20 Bäume wurden aus dem Randstreifen entfernt
Über 20 Bäume wurden aus dem Randstreifen entfernt.

In einigen Gemeinden klappe die Einhaltung der Grenzen recht gut, die meisten Landwirte hielten sich an die Grenzen. Dort, wo dies nicht der Fall ist, besteht nach Auffassung des NABU jedoch dringender Handlungsbedarf. Es ist schließlich überwiegend das Eigentum der Gemeinden, also das Eigentum aller Bürger, das widerrechtlich als Ackerfläche genutzt wird. „Die öffentliche Resonanz zeigt uns deutlich, dass die Menschen eine intakte Natur wollen und sich an blühenden und artenreichen Wegesrändern erfreuen möchten", so der NABU Vorsitzende.

Reste eines ehemals 5m breiten Randstreifens
Reste eines ehemals 5m breiten Wegerandstreifens

Die Landwirtschaft verliere in der Bevölkerung zurzeit massiv an Akzeptanz, unter anderem auch, weil Wegeseitenräume nicht respektiert werden. Die Menschen wollen sich an einer blühenden Landschaft erfreuen und nicht bloß durch sterile Ackerflächen radeln und wandern, stellt der NABU fest.
Der Appell des Naturschutzverbandes richtet sich an jeden einzelnen Landwirt, aber auch an die Landwirtschafts-Verbände und die Kommunen, gemeinsam die Biodiversität zu erhalten, denn je artenreicher die Natur, desto stabiler ist das gesamte ökologische System.

NABU NI, 20.05.2016

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NABU Nienburg gründet AG Mauersegler-Schutz

Für Mauerseglerfreunde wird es spannend, denn die Langstreckenzieher kommen jedes Jahr pünktlich Ende April/Anfang Mai aus ihren Winterquartieren in Südafrika zurück, um hier zu brüten.

Ihre schrillen Rufe srii, sriiii kündigen seit jeher die warme Jahreszeit an. Doch leider gehen die Bestände auch in unserem Landkreis massiv zurück. Nicht zuletzt durch energetische Gebäudesanierungen gehen viele Brutmöglichkeiten für Gebäudebrüter wie die Mauersegler verloren. Auch der Klimawandel trägt durch die Verschiebung des Brutbeginns von Standvögeln und Kurzstreckenziehern zur Reduzierung der Bestände bei. Die gegenüber anderen Zugvogelarten spät im Frühjahr eintreffenden Mauersegler, finden dann oft nur noch wenige geeignete und unbesetzte Nistplätze vor. Künstliche Nisthilfen an geeigneten Gebäuden anzubringen, ist eine gute Möglichkeit den Mauerseglern zu helfen.

Neben Mauerseglernistkästen, welche an die Fassaden montiert werden, gibt es auch spezielle Mauerniststeine, die direkt in die Wand integriert werden können. Dabei kann man davon ausgehen, dass ein eingebauter Niststein den Dämmwert des Gebäudes nicht mindert, zumal er beim Einbau mit weiterem Dämmstoff umkleidet wird. Solche Niststeine gibt es auch für alle anderen Höhlenbrüter und für Fledermäuse.

Die Stadt Nienburg geht bei der Schaffung von Quartieren an Gebäuden beispielhaft voran. In einer Kooperation der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Nienburg und dem NABU Nienburg sowie einer Förderung durch die Bingo-Umweltstiftung, wurden kürzlich 22 Mauerseglerkästen und Fledermausquartiere am Parkhaus „Am Hafen“ angebracht.

Was in Eigenregie auch privat machbar ist, zeigt NABU Mitglied Benjamin Thijsen. Für den Saisonbeginn wurden zehn Mauerseglerquartiere aus Holz selbst gebaut und nun am Wohnhaus der Familie angebracht. „Mauerseglernistkästen sind wartungsfrei, die Tiere brüten direkt auf dem Boden. Nur im Flug gefundenes, wird zu einer Mulde verklebt und der Unrat der Jungtiere wird von den Eltern weit weggebracht“, erklärt der Mauerseglerfreund.

Anbau der selbstgefertigten Mauerseglernistkästen
Benjamin Thijsen mit Tochter Merrit beim Anbau der selbstgefertigten Mauersegler Nisthilfen; Foto © NABU, Thijsen

Jeder, der selbst aktiv werden möchte, kann sich an Siegrid Tank-Bodermann (Tel. 05025-541 oder Mauersegler@NABU-Nienburg.de) wenden. Frau Tank-Bodermann leitet die neu gegründete AG Mauerseglerschutz im NABU Nienburg. Über die Kontaktdaten können Baupläne angefordert, Fragen und Anregungen zum Mauerseglerschutz übermittelt werden. Um eine Übersicht des Brutbestandes im Landkreis Nienburg zu bekommen, freut sich der NABU Nienburg über Hinweise wo der Mauersegler noch brütet. 

NABU NI, 28.04.2016

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Parkhaus bietet jetzt nicht nur Platz für Autos        
Wirtschaftsbetriebe Stadt Nienburg zeigen Herz für Mauersegler und Fledermäuse

Früher waren Mauersegler ganz selbstverständlich in den Dörfern und Städten. Doch sie werden immer seltener. Auf Initiative des Naturschutzbund Deutschland (NABU) bieten die Wirtschaftsbetriebe Stadt Nienburg Fledermäusen und den Mauerseglern jetzt Nisthilfen an – im Parkhaus Am Hafen.

Der Laie wundert sich: ein reiner Zweckbau als Lebensraum für Vögel und Fledermäuse? Auf jeden Fall, sagt Jens Rösler, Vorsitzender des NABU: „Noch vor 15, 20 Jahren gab es allein im Nordertor ca. 200 Mauersegler-Brutpaare. Jetzt sind es vielleicht noch 50. Den Tieren fehlen Nistmöglichkeiten.“ Denn: Im Zuge energetischer Sanierungen, welche ausdrücklich vom NABU begrüßt werden, werden Häuser und Hallen „dicht“ gemacht. Die Mauersegler finden keinen Platz mehr zum Nisten. „Sie brauchen eine gewisse Höhe und eine freie Anflug-Möglichkeit, weil sie – außer eben beim Brüten – ihr Leben lang ausschließlich immer in der Luft sind!“, sagt der NABU-Fachmann. Fledermäusen – egal welcher Art – geht es ähnlich. Auch ihnen fehlen Plätze an denen sie ungestört ihren Jungen auf- und sich tagsüber zurückziehen können.

Auf der Suche nach Alternativen  wandte sich der NABU Nienburg unter anderem an Thomas Hesse, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadt Nienburg GmbH. Der war gleich angetan: „Natürlich machen wir mit!“ Gemeinsam mit dem NABU nahm er die Parkhäuser der Stadt in Augenschein. Beste Voraussetzungen bietet das Parkhaus Am Hafen.

Anbau der Fledermausganzjahresquartiere
Foto: © J. Heckmann

Mit finanzieller Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung wurden nun in luftiger Höhe zehn Nistkästen für Mauersegler (mit je drei Bruträumen), zehn Kombi-Kästen für Fledermäuse und Mauersegler und zwei Ganzjahresquartiere für bis zu 40 Fledermäuse installiert – außen, so dass sich niemand um sein Auto sorgen muss.

Anbau der Nistkästen am Nienburger "Parkhaus am Hafen"
Von links: Lars Müller (Bauhof Nienburg), Benjamin Thijsen (NABU), Thomas Hesse (Geschäftsführer Wirtschaftbetriebe Stadt Nienburg), Dierk Wessel (NABU), Jens Rösler (NABU); Foto: © J. Heckmann

Die Mauersegler werden pünktlich zwischen dem 25. April und dem 1. Mai aus ihren Winterquartieren zurückkehren und die „neuen Appartements“ nutzen können. Jens Rösler hofft, dass sich andere - private wie gewerbliche oder kommunale – Eigentümer geeigneter Gebäude vom Engagement der Wirtschaftsbetriebe anstecken lassen. Sie können unter Mauersegler@NABU-Nienburg.de jederzeit weitere Infos anfordern. Parallel dazu läuft ab dem 01.05.2016 eine kreisweite Mauersegler-Zählaktion.


NABU NI, 05.04.2016

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Gemeinsame Pressemitteilung von BUND und NABU zur geplanten Schutzgebietsausweisung in der Nienburger Marsch und dem Protest des Angler-Vereins.

Naturschützer nehmen Stellung
BUND und NABU zu Naturschutz und Angeln

Am 3. und 8. März erschienen in der HARKE Artikel, die sich mit dem vorgesehenen Landschafts- oder Naturschutzgebiet in der Nienburger Marsch befassten. Darin wurden besonders die Bedenken der Angler gegen ein Naturschutzgebiet hervorgehoben.

Die Kreisgruppen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund (NABU) möchten nun auch ihre Position bekanntgeben.
Beide Naturschutzverbände haben angeregt, von den fünf für ein Landschaftsschutzgebiet vorgesehenen Gewässern drei als Naturschutzgebiet auszuweisen, da sie nach Meinung der Verbände alle Merkmale für ein Naturschutzgebiet aufweisen, das sind der „Düstere See“, die „Nienburger Gruben“ und das „Alte Rott“. Die „Rolle“ und das Gebiet „Haakenwerder“ können nach Meinung der Verbände Landschaftsschutzgebiete werden. Dieser Meinung hatte sich auch der Rat der Stadt Nienburg angeschlossen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises teilte mit, dass der „Düstere See“ und die „Nienburger Gruben“ durchaus die fachliche Qualität von Naturschutzgebieten haben, sie befürworte aber dennoch auf allen Gewässern Landschaftsschutz, da sie aufgrund der EU-Forderung nur die Teichfledermäuse und die Laichkraut-Froschbiss-Vegetation schützen müsse. Nach Beobachtungen von BUND und NABU kommen aber an den beiden Gewässern weitere seltene bis sehr seltene Lebens- und Artengemeinschaften, wie z.B. der Eisvogel, und Libellenarten, wie z.B. der Spitzenfleck, sowie am Düsteren See der Fischotter vor.

Die beiden Naturschutzverbände haben nun folgende Position:
Sie sind einverstanden, dass das „Alte Rott“ nur Landschaftsschutzstatus erhält, bleiben aber bei ihrer Forderung, den „Düsteren See“ und die „Nienburger Gruben“ als Naturschutzgebiete auszuweisen und dazu noch die sogenannten „Storchenteiche“, ehemalige Tonabbaugruben, neben der ehemaligen Mülldeponie und deren Umgebung hinzuzuziehen, wie es auch die Stadt Nienburg fordert. Lothar Gerner vom BUND: „Es wäre viel sinnvoller, gleich eine Naturschutzverordnung zu planen, denn der Verwaltungsaufwand  ist der gleiche für Naturschutz und Landschaftsschutz. Bei Naturschutz wäre dann auch die wertvolle Natur insgesamt geschützt, anders als bei Landschaftsschutz.“ Beide Gewässer seien nach Regionalem Raumordnungsprogramm Vorranggebiete für Natur und Landschaft sowie besonders geschützte Biotope.

Für die Argumente der Angler gegen Naturschutz haben BUND und NABU wenig Verständnis. „Von Enteignung kann gar keine Rede sein. Die Ausweisung ihres Teichgebietes „Am Haakenwerder“ als Landschaftsschutzgebiet wird von BUND und NABU ausdrücklich unterstützt“, sagt Jens Rösler vom NABU, „der Nienburger  Angelverein betont, auch ein Naturschutzverband zu sein, aber wohl mit einem anderen Verständnis als BUND und NABU.“ Wenn auch ein kleiner Teil der Gewässer Privatbesitz sei, so sei das niemals Grund, keinen Naturschutz zuzulassen, wie die Angler fordern. Grundbesitz ist laut Grundgesetz auch dem Gemeinwohl verpflichtet, daher lägen in vielen Naturschutzgebieten auch Privatflächen, stellen BUND und NABU fest.

Beide Verbände erkennen ausdrücklich an, dass die Angler viel für den Erhalt und die Entwicklung von seltenen Fischarten und auch zur Entwicklung von Gewässern tun. Zwei kleine neue Schutzgebiete in der Nienburger Marsch würden aber  in keiner Weise die Naturschutzaktivitäten der Angler behindern, da ohnehin fast alle Gewässer im Landkreis Nienburg per Pacht oder Eigentum in der Hand der Angler seien. So stehen den Mitgliedern neben einer Vielzahl von Stillgewässern auch ca. 72 Flusskilometer der Weser sowie weiterer Flüsse zur Ausübung Ihres Hobbys zur Verfügung. Da sollte der freiwillige Verzicht auf das Angelrecht im Düsteren See mit seiner ca. 2 ha großen Wasserfläche nicht ins Gewicht fallen. „Hier könnte der Angelverein eindrucksvoll seine Verantwortung als Naturschutzverband für den nachhaltigen Erhalt der Naturvielfalt in unserem Landkreis zeigen“, stellt Lothar Gerner fest. 

„An den wenigen durch Angeln nicht gestörten Gewässern im Landkreis wäre die Chance groß, dass sich aufgrund von Naturschutz Tierarten ansiedeln, die es bisher wegen der Störungen an den Angelgewässern nicht gibt“, so Jens Rösler weiter, „die Erfolgsgeschichte der vom NABU betreuten „Liebenauer Gruben“ ist ein gutes Beispiel dafür.“

NABU Ni, 11.03.2016
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Letzte Chance für Wohnungsputz von Meise, Kleiber,
Star & Co.

Der Frühling hält Einzug, Schneeglöckchen und Krokusse blühen, Vögel beginnen zu singen und schauen sich nach passenden Kinderstuben um. Selbst die Zugvögel treffen mittlerweile zahlreich bei uns im Landkreis ein. Jetzt ist Eile geboten, um die letzten Nistkästen herzurichten und zu reinigen. Wer es im Spätsommer nicht geschafft hat, sollte nun unbedingt die alten Nester mitsamt den darin lebenden Parasiten wie Vogelflöhen, Milben und Zecken entfernen, damit die neue Vogelbrut nicht übermäßig befallen wird.

Nistkastenreinigung
Nistkastenreinigung am Nienburger Weserwall. Foto (c) NABU Ni

Das Ausräumen des Nestes reicht dazu völlig aus, auf Spülmittel oder gar Desinfektionsmittel sollte verzichtet werden. Die NABU Ornithologen Konrad Löhmer und Dierk Wessel übernehmen mit Schülern und Lehrern der Leintorschule auf dem Nienburger Weserwall diese Aufgabe. Die dortigen Höhlenbrüterkästen wurden im letzten Jahr in einem Gemeinschaftsprojekt von Schülern der Leintorschule und Ehrenamtlichen des NABU Nienburg gebaut und montiert. Beim Frühjahrsputz konnte nun erfreut festgestellt werden, dass fast alle Kästen als Brutstätte benutzt wurden. Auch über 200 Nistkästen weiterer NABU Höhlenbrüterprojekte im Landkreis werden regelmäßig von den Aktiven jährlich gewartet.

NABU NI, 01.03.2016
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Winterfütterung mit Sachverstand

Zu einer „Winterfütterung mit Sachverstand“ hat der Naturschutzbund NABU aufgerufen. „Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, erläuterte Jens Rösler vom NABU Nienburg, „aber wir haben aufgrund der Zunahme der Anfragen den Eindruck, dass sich Futterhäuschen und Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.“ Das ist ganz im Sinne des Naturschützers: „Nur wer einen Bezug zur Natur herstellen kann, wird sich für ihre Erhaltung einsetzen. Daher ist die Winterfütterung auch in pädagogischer Hinsicht sehr wertvoll. Außerdem haben dadurch besonders Kinder und ältere Menschen die Möglichkeit, durch Vogelbeobachtung Freude und Verständnis für die Tierwelt zu entwickeln. Eine „Verteufelung“ der Winterfütterung ist daher unsinnig, solange sie mit Sachverstand erfolgt“. „Das gibt eine optimale Beobachtungsmöglichkeit,“ sagt Rösler, „Ich freue mich, dass durch die Winterfütterung so viele Menschen den Bezug zur Natur suchen."

Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers „keine Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen, insbesondere mit der gefürchteten Salmonellose, werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze sind geeigneter: Für alle Meisenarten eignen sich so genannte Futtertrichter am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist. Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, Erlenzeisig, Spatz und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien“, so Rösler weiter.

Bei der Auswahl des Futters sollte darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und beispielsweise keine ranzigen Fette verwendet werden. Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird. Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind. Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen. „Man kann auch selbst Rindertalg in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden“, empfahl der Naturschützer. „Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann ebenfalls im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Kohlmeise (c) NABU, Rolf Jürgens
Kohlmeise am "Meisenknödel" (c) NABU; Rolf Jürgens

Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. Denn bei entsprechender Anlage und Pflege „ist der Garten eine große Futterquelle“, erläutert Rösler. Ein einfaches, einleuchtendes Beispiel sind etwa die Halme von Stauden und Gräsern, die im Herbst und Winter ein bizarres Bild bieten, wenn sie abgestorben sind: Viele von ihnen sind markhaltig oder hohl, und in ihnen überwintern verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Diese Tiere können von Singvögeln leicht aufgespürt werden. „Eine echte Eiweißbombe für eine Blaumeise, wenn sie eine solche Made findet“, schmunzelt der Naturschützer. Daher sollten solche Halme möglichst im Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr abgeschnitten werden, um dann neuen Austrieben Platz zu machen. Auch in den Ritzen von Trockenmauern, die leicht aus Ziegelsteinen aufzuschichten sind, und natürlich in Reisighaufen, die auch als Igelunterschlupf in keinem Garten fehlen sollten, lässt sich für die Vögel ein reiches Nahrungsangebot finden.

NABU NI, 25.11.2015

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Breites Bündnis demonstriert gegen TTIP und CETA in Berlin
Demokratie, Rechtsstaat, Umwelt- und Verbraucherschutz in Gefahr  

TTIP, CETA und TiSA - was ist das? TTIP: Hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich das "Transatlantic Trade and Investment Partnership" – ein Handels- und Investitionsabkommen, das die Europäische Union (EU) und die USA seit 2013 verhandeln. CETA steht für "Comprehensive Economic and Trade Agreement" und ist das geplante Handels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und Kanada. Seit 2014 ist der Vertragstext fertig, das Abkommen ist jedoch noch nicht ratifiziert. CETA gilt als Blaupause für TTIP. TiSA bedeutet "Trade in Service Agreement" (Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen). Der Vertrag soll den Handel von Dienstleistungen regeln und wird seit Anfang 2013 zwischen der EU, USA und weiteren Wirtschaftsnationen wie z.B. Kanada, Japan und Australien verhandelt.
Alle drei Abkommen werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Ziel der Abkommen ist es, angebliche Hindernisse für den Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie Investitionen zu beseitigen.

"Stopp TTIP und CETA!" Unter diesem Motto rufen die  Nienburger  Kreisgruppen und
-verbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Naturfreunde, Attac, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zur Teilnahme an der Demo in Berlin am Samstag, dem zehnten Oktober, auf.

Die Vertreter und Vertreterinnen dieser Verbände sind sich einig, dass diese Handelsabkommen eine Gefahr für den Umwelt- und Verbraucherschutz, die Demokratie, Arbeits- und Sozialstandards sowie für die kommunale Daseinsvorsorge darstellen. Die Abkommen verschaffen Konzernen noch mehr Macht – sie sollen umfassende Rechte und Einflussmöglichkeiten auf politische Entscheidungen erhalten. Dagegen wird der Handlungsspielraum von Regierungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene beschnitten. Demokratische Prozesse drohen ausgehöhlt zu werden. Auch ist zu befürchten, dass Gesetze zum Schutz von Mensch und Umwelt als Handelshemmnis abgestempelt und ausgebremst werden.

Stopp TTIP
Rufen zurTeilnahme an der Demo auf (v.l.n.r): Wolfgang Kopf, Ralf Selter (beide attac), Ulrike Kassube (Bündnis 90/Die Grünen), Johanne Sailer (BUND), Michael Schmidt (Naturfreunde), Viktoria Kretschmer (DIE LINKE), Jens Rösler (NABU), Rudi Nolte (DGB)

TTIP und CETA sollen den transatlantischen Handel vereinfachen, indem unterschiedliche Standards in der EU und der USA bzw. Kanada harmonisiert werden. Die Gefahr dabei ist, dass sensible Standards im Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz dadurch herabgesetzt und ausgehöhlt werden:
Da die Zölle zwischen der EU, Kanada und der USA bereits sehr niedrig sind, liegt der Fokus von TTIP und CETA darauf, Handelshemmnisse abzubauen. Dies soll erreicht werden, indem unterschiedliche Standards entweder angeglichen oder gegenseitig anerkannt werden. "EU-Standards müssen respektiert und nicht nach unten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert werden. Auf demokratische Weise vereinbarte Schutzmaßnahmen dürfen nicht unterminiert werden", fordert Michael Schmidt, Naturfreunde.

"Anders als von der EU-Kommission behauptet, geht es dabei nicht nur um harmlose technische Standards wie etwa Autoblinker. An die Öffentlichkeit geratene Dokumente belegen, dass unter anderem Standards in den Bereichen Chemikalien, Gentechnik, Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit sowie Energie und Klimaschutz zur Debatte stehen", weiß Jens Rösler, NABU, und sieht gravierende Folgen: Denn die Regulierungsansätze der EU und der USA bzw. Kanada unterschieden sich in vielen Bereichen fundamental. Entsprechend unterschiedlich seien Vorschriften im Umwelt- und Verbraucherschutz oder dem Arbeitsrecht. "Wenn derart verschiedene Standards gegenseitig anerkannt werden, wird sich im freien Wettbewerb der jeweils kostengünstigere und für alle schädlichste Standard durchsetzen, auf beiden Seiten des Atlantiks", ist sich auch Werner Behrens, DGB, sicher.

TTIP und CETA sehen ein Investor-Staat-Klagerecht (Investor-State Dispute Settlement - ISDS) vor. Diesen ungeheuerlichen Aspekt erläutert Wolfgang Kopf, Attac: "Damit wird ausländischen Konzernen ermöglicht, nationales Recht zu umgehen und einen Staat vor privaten Schiedsstellen zu verklagen, wenn sie ihre Profite durch neue Gesetze geschmälert sehen". So verklage der Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall derzeit Deutschland auf über drei Milliarden Euro, weil der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen habe. Viktoria Kretschmer, Die Linke, warnt: "ISDS-Fälle belasten die öffentlichen Haushalte mit hohen Summen. Bereits die Androhung einer Klage führt dazu, dass neue Gesetze z. B. zum Umwelt- und Gesundheitsschutz gar nicht erst erlassen werden". Damit neue Gesetze gar nicht erst zu einem angeblichen Handelshemmnis werden, schlägt die Europäische Kommission für TTIP vor, dass der Handelspartner schon frühzeitig in den Gesetzgebungsprozess einbezogen werden muss. Hier sieht ebenfalls Ulrike Kassube, B´90/Die Grünen, demokratische Rechte schwinden: "Es kann doch nicht sein, dass Gesetze zukünftig erst mit dem Handelspartner sowie privaten Unternehmen auf "Handelsverträglichkeit" abgestimmt werden, bevor sie ein Parlament überhaupt zu Gesicht bekommt. Alle Bestimmungen zum sog. ISDS müssen dauerhaft aus den Verhandlungen herausgenommen werden."

Alle privaten wie öffentlichen Dienstleistungen sollen mit TTIP, TiSA und CETA automatisch liberalisiert werden, wenn sie nicht explizit in einer Liste als Ausnahme genannt werden. Dies birgt die Gefahr, dass nicht alle öffentlich erbrachten Dienste als Ausnahmeregel eindeutig definiert und damit liberalisiert werden müssen. Möchte beispielsweise eine Gemeinde die Wasserversorgung ausschließlich öffentlich organisieren und privaten Wettbewerb nur begrenzt zulassen, ist dies nur möglich, wenn die EU oder Deutschland diesen Bereich als Ausnahme in TTIP, TiSA und CETA genannt haben.

Zudem können Dienste, die einmal privatisiert wurden, nicht wieder re-kommunalisiert werden. Wenn also zum Beispiel in einer Kommune die Wasserversorgung privat bereitgestellt wird und die Kommune aufgrund von schlechten Erfahrungen die Versorgung wieder selbst in die Hand nehmen möchte, so ist dies mit TTIP, TiSA und CETA nicht mehr möglich. Hierdurch wird die Autonomie von Kommunen stark eingeschränkt. "Ich hoffe, dass sich alle der drohenden Gefahr für sämtliche Lebensbereiche bewusst sind, sollten diese Handels- und Investitionsabkommen wie geplant in geheimen Sitzungen zum Abschluss geführt werden", gibt Johanne Sailer, BUND, zu bedenken. Deswegen sei es so wichtig, an der Demo teilzunehmen, denn TTIP, TiSA und CETA müsse gestoppt werden.

INFO:
Abfahrt am Samstag, 10. Oktober um 7.00 Uhr mit dem Bus vom Bahnhofsvorplatz, Rückkehr ab Berlin um 17.00 Uhr.
Erwachsene: 10 Euro. Muss bis 30.09. gebucht sein auf dem Konto des BUND, Kreisgruppe Nienburg, unter Angabe aller Namen und dem Verwendungszweck Demo 10.10.2015
IBAN: DE 45 2565 0106 0000 3817 23
Jugendliche, Studierende frei, Anmeldung per mail an
bund-nienburg@arcor.de bis 30.09.15
Sobald dieser Bus voll belegt ist, gibt es die Möglichkeit, mit dem DGB-Bus um 6.00 Uhr ab Nienburg zu fahren. Anmeldung wie oben.

NABU NI, 18.09.2015
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Auf Entdeckungstour durch die Liebenauer Kiesgruben

Vor kurzem trafen sich 35 NABU-Schutzgebietsbetreuer aus ganz Deutschland zum „Tag des Schutzgebietsbetreuers“ in Nienburg. Auf Einladung der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erkundeten sie das Naturschutzgebiet "Liebenauer Kiesgruben" bei Nienburg.
„Es ist schön, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können und Neues über andere Gebiete zu erfahren“, begründete Gerald Schulz seine Teilnahme am „Tag des Schutzgebietsbetreuers“. Jedes Jahr organisiert die NABU-Stiftung das Vernetzungstreffen in einem ihrer Stiftungsgebiete, um sich für den Einsatz ihrer Ehrenamtlichen zu bedanken. Dieses Jahr erkundeten 35 Schutzgebietsbetreuer das Naturschutzgebiet „Liebenauer Kiesgruben“ an der Weser, für das sich seit 2008 die NABU-Stiftung gemeinsam mit dem NABU Nienburg engagiert.

Bei schönstem Sommerwetter konnten sich die Teilnehmer von den positiven Entwicklungen in den ehemaligen Kiesgruben überzeugen. So sahen sie auf den neu aufgeschütteten Kiesinseln in den Gewässern unzählige Grau- und Silberreiher sowie Graugänse und entdeckten Blauflügelige Sandschrecken auf den Trockenrasenflächen. Vom Aussichtsturm beobachteten sie auch das Fischadlerpaar auf der vom NABU Nienburg aufgestellten Nisthilfe. Darüber hinaus besichtigten die Ehrenamtlichen eine mit Hartholz aufgeforstete Ackerfläche direkt an der Weser, aus der ein Auwald entstehen wird.

Die Gruppe am Beobachtungsturm im NSG Liebenauer Gruben
Foto: Schutzgebietsbetreuer am Beobachtungsturm im NSG Liebenauer Gruben © NABU, L. Manthey

Außer der spannenden Exkursion gab es Vorträge mit Hintergrundinformationen für die praktische Naturschutzarbeit der Schutzgebietsbetreuer. So schilderte René Harsch detailreich und anschaulich seine ehrenamtliche Arbeit in der brandenburgischen „Dosseniederung“. Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU berichtete aus Forschungsprojekten zu Schutzmaßnahmen für Feldlerche, Kiebitz & Co., die angeregt von den Teilnehmern diskutiert wurden. Anschließend gab es genügend Zeit für weitere Gespräche in gemütlicher Runde.

In entsprechend guter Stimmung endete das diesjährige Treffen nach zwei Tagen, auch dank der großartigen Unterstützung des NABU Nienburg vor Ort. Nächstes Jahr findet der „Tag des Schutzgebietsbetreuers“ in Hamburg statt.

NABU NI, 16.09.2015
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Batnight 2015: Auf der Spur der Fledermäuse
Mit dem NABU die Nacht zum Tag gemacht
 
Die „Schönen der Nacht“ werden sie auch liebevoll genannt. Gemeint sind Fledermäuse. Veranstaltet wird die bereits zum 19. Mal stattfindende „International Batnight“ von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In der Bundesrepublik organisiert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Batnight. Durch die Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. Natürlich kommt bei den Veranstaltungen auch die Freude an Naturbeobachtungen nicht zu kurz.
 
Der NABU Nienburg veranstaltete in diesem Jahr drei Fledermausexkursionen im Landkreis Nienburg. Die Resonanz war groß, über 150 Naturfreunde nutzten die Gelegenheit sich über die nächtlichen Himmelsstürmer zu informieren und mit Hilfe von sogenannten Batdetektoren und Taschenlampen, selbst die Tiere aufzuspüren und zu beobachten.
In Eystrup führte der NABU-Ehrenamtliche Wilfried Dreyer die Gruppe. Auf dem Weg durch den Ort begegneten den Teilnehmern schon einige Fledermäuse, deren unterschiedliche Rufe mit den Batdetektoren hörbar gemacht wurden. Der Höhepunkt war jedoch die Futtersuche zahlreicher Wasserfledermäuse über einem Teich.
Die Veranstaltungen in Nienburg und Liebenau standen unter der fachlichen Leitung von NABU-Mitglied, Tierarzt und Fledermausfachmann, Dr. Michael Barkhoff. Nach einer Einführung am Naturfreundehaus ging es bei schönstem Spätsommerwetter durch Nienburgs Altstadt und die Wallanlagen. Etliche Fledermäuse konnten bei ihren wendigen Flugmanövern bestaunt werden. An der Weserbrücke ließ sich dieses Jahr leider nur eine einzige Wasserfledermaus blicken.
Die erste Liebenauer Batnight war eine Gemeinschaftsaktion vom NABU Nienburg und dem Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverein Liebenau. Die Teilnehmer trafen sich am Gasthaus Sieling zum Fledermausvortrag und brachen anschließend zur gut einstündigen Exkursion auf. Trotz des leider unbeständigen Wetters konnten eine Menge Fledermäuse, unter anderem Breitflügelfledermäuse an der Kirche entdeckt werden. Außerdem waren an den Liebenauer Gewässern viele Wasserfledermäuse unterwegs und boten den Beobachtern ein munteres Treiben.
Im Vorfeld der Batnight Veranstaltungen entstanden bereits bei der NABU-Familienveranstaltung „Kobolde der Nacht“ in der Geschäftsstelle in Schessinghausen achtzehn hölzerne Fledermausquartiere. Diese künstlichen Höhlen konnten die Teilnehmer anschließend mit nach Hause nehmen, um sie z.B. im eigenen Garten aufzuhängen.

Batnight 2015
"Da fliegen Sie ja!" Teilnehmer der 1. Liebenauer Batnight. (c) NABU NI 
 
Vier der 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht, etliche weitere Arten sind ebenfalls gefährdet. Bei uns im Landkreis Nienburg kommen ungefähr 15 Arten vor, darunter Teich- und Wasserfledermaus, Zwerg- und Breitflügelfledermaus, Kleiner und Großer Abendsegler und das Große Mausohr. Auf die stattlichen Bestände vom Großen Mausohr im Nienburger Landkreis sind die NABU-Fledermausbetreuer besonders stolz.

Fledermäuse haben zwar kaum natürliche Feinde, leiden aber beträchtlich unter intensiver Land- und Forstwirtschaft sowie der Vernichtung natürlicher Lebensräume. Auch Windräder stellen besonders für ziehende Fledermäuse eine Gefahr dar. Hoher Pestizideinsatz in der modernen Landwirtschaft verringert das Aufkommen von Insekten und bringt somit auch die Fledermäuse um ihre Nahrungsgrundlage. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Ritzen, Fugen und Spalten an Gebäuden gehen zudem durch die Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren.
Das wichtigste rechtliche Instrument zum Schutz der Fledermäuse ist die europäische Fauna-Flora-Habitat (FFH) -Richtlinie, auf deren Grundlage ein europaweites Schutzgebietsnetz entsteht. Fledermausschutz ist immer auch Naturschutz im weiteren Sinne von dem auch andere Pflanzen und Tiere profitieren. Dazu kann jeder beitragen. Künstliche Quartiere wie Fledermauskästen und Einbausteine ins Mauerwerk finden leicht ihren Platz in Siedlungen. Vermeidung von Pestiziden oder ein fledermausfreundlicher Garten mit vielen nachtduftenden Pflanzen wie Abendlevkoje, Goldlack oder Duftgeißblatt versetzt nicht nur Besucher und Kinder ins Schwärmen sondern auch viele Nachtfalter – die Lieblingsspeise zahlreicher Fledermäuse. Dann kann man bestimmt bald der einen oder anderen Fledermaus beim nächtlichen Jagen zuschauen. Die kleinen Gesellen sollte man trotzdem nie mit der bloßen Hand berühren, sie können mit ihren spitzen Zähnen empfindlich beißen.
 
Viele weitere Informationen über Fledermäuse und andere Naturschutzthemen finden Sie im Internet unter
www.NABU.de.

NABU NI, 09.09.2015
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NABU Familienprogramm sehr erfolgreich gestartet

Die Schönheiten der heimischen Natur entdecken - das ermöglicht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bundesweit seit vielen Jahren. Durch fachkundige Exkursionen und Vorträge vor Ort lässt sich Natur hautnah erleben. Für die Entdeckung seltener Tiere und Pflanzen und beeindruckender Lebensräume braucht es keine Fernreise - oft reichen ein kurzer Weg und ein geschärfter Blick oder ein gutes Ohr.

Naturerlebnisse faszinieren Kinder ganz besonders und so bereichert der NABU-Kreisverband Nienburg die Umweltbildung im Landkreis seit Jahresbeginn durch ein attraktives und abwechslungsreiches Naturprogramm (nicht nur) für Familien.
Die Informations- und Mitmachveranstaltungen in der Geschäftsstelle, Unter den Eichen 21, in Schessinghausen werden durch Exkursionen in verschiedene Gebiete unseres schönen Landkreises ergänzt. Diese Generationen übergreifende Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Ein Programm für Jedermann" wird begleitet durch das Maskottchen „Schessi"- eine Schnecke mit einem Insektenhotel-Häuschen.

"Schessi" - Das Logo für Familienveranstaltungen
"Schessi" - Das Logo für Familienveranstaltungen des NABU Nienburg Foto: (c) NABU NI, H. Prüß

Es geht um praktischen Naturschutz durch das Bauen von Unterkünften für Vögel, Fledermäuse und Insekten genauso, wie um die Vorstellung ökologischer Zusammenhänge und den Schutz von Lebensräumen. Das Spektrum reicht von Wald und Moor bis zum eigenen Haus und Garten.
Ermöglicht wird dies vor allem durch den Einsatz der ehrenamtlichen NABU-Aktiven mit ihren breitgefächerten Themenschwerpunkten. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt das Projekt mit Fördergeldern, so dass für die Teilnehmer nur geringe Materialkosten entstehen. Auch die gute Zusammenarbeit mit Familie Demmer, die in denselben Räumlichkeiten die „Naturkunstdiele" betreibt, trägt zum Gelingen der Veranstaltungen in der NABU-Geschäftsstelle bei.

Die Aussicht auf einen tollen Samstagnachmittag lockte seit Januar zahlreiche Kinder und Jugendliche mit ihren Freunden, Eltern oder Großeltern zur NABU-Geschäftsstelle nach Schessinghausen. Bislang entstanden dort zum Beispiel Meisennistkästen, Ohrwurm- und Wildbienenhäuschen und Fledermausquartiere. Die NABU-Aktiven stehen den Besuchern dabei mit Rat und Tat zur Seite. Ganz nebenbei wird natürlich auch immer einiges gelernt und beobachtet - so zum Beispiel Lehmwespen beim Eintragen von dicken Raupen in Nisthilfen und Gartenvögel beim Singen und Nestbau. Damit auch bei den Jüngeren erst gar keine Langeweile aufkommen kann, steht in Schessinghausen immer ein Mal- und Basteltisch mit thematisch passenden Materialien bereit.


Veranstaltung zum Thema Gartenvögel. Hier wurde eine Vogeluhr gebastelt. Foto: (c) NABU NI

Die Exkursionen der Veranstaltungsreihe starten zu familienfreundlichen Zeiten am jeweils angegebenen Treffpunkt. Hiebei werden typische niedersächsische Lebensräume mit Spielen und Experimenten kennengelernt und erforscht.

Familien-Waldexkursion 2015
Viel Spaß und Wissenswertes gab es bei der Familien-Waldexkursion. Foto: (c) NABU NI 

Als nächstes stehen die allseits beliebten Veranstaltungen zur Internationalen BAT-Night am 28. und 29. August in Eystrup und Nienburg auf dem Programm. Dabei werden nach einer kurzen Einführung die „Kobolde der Nacht" mit Taschenlampe und BAT-Detektor aufgespürt und beobachtet.
Wer nun Lust bekommen hat, ebenfalls teilzunehmen, findet ausführliche, immer aktuelle Informationen auf der Homepage www.nabu-nienburg.de unter der Rubrik NAJU/Familienprogramm.

NABU NI, 12.08.2015
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Das Thema Wolf ist bekanntlich in aller Munde.
Aus diesem Anlass lädt das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sowie der NABU Landesverband Niedersachsen, gemeinsam mit dem NABU Kreisverband Nienburg/Weser, kurzfristig zu einer gemeinsamen Infoveranstaltung, mit bundesweit anerkannten Fachleuten, ein. 

Der Wolf im Landkreis Nienburg und der Region Hannover
Sonntag, 19. April 2015, 16:00 bis 19:00 Uhr
Jägerkrug Sonnenborstel, Am Kaarbusch, 31634 Sonnenborstel

150 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt und seit kurzem auch im Landkreis Nienburg
und der Region Hannover wieder heimisch. Die Anwesenheit von Wölfen in unserer Kulturlandschaft führt zu vielen unterschiedlichen
Emotionen und Reaktionen.

Was Naturschützer als Erfolgsgeschichte des Artenschutzes begrüßen, wird zum Beispiel von Weidetierhaltern angesichts zahlreicher
Übergriffe auf ihre Nutztiere eher kritisch betrachtet. Unabhängig davon ist der Wolf eine nach nationalem und internationalem
Recht streng geschützte Tierart. Der Wolf ist weder ein Kuscheltier, noch ein Monster. Für ein möglichst konfliktarmes
Nebeneinander von Mensch und Wildtier ist es notwendig, sich mit der Lebensweise des Wolfes vertraut zu machen. Nur so
können vorhandene Ängste abgebaut werden. Zugleich ist es sinnvoll, auf die über fünfzehnjährigen Erfahrungen im Herdenschutz
von Weidetierhaltern in anderen Wolfsregionen Deutschlands zurückzugreifen. Es gilt jetzt, sich ohne Verharmlosung oder
Übertreibung auf die Wiederkehr dieses Wildtieres einzustellen.

Dazu möchten das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Naturschutzbund (NABU)
Niedersachsen mit dieser Informationsveranstaltung einen Beitrag leisten.

Eintritt frei!

<< Hier geht es zur offiziellen Einladung >>

NABU NI, 15.04.2015

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NABU-Familienprogramm erfolgreich gestartet 

Die erste Veranstaltung des NABU-Familienprogramms: „Ein Programm für Jedermann – Veranstaltungen für Familien 2015“ war ein großer Erfolg. In der NABU-Geschäftsstelle in Schessinghausen (Unter den Eichen 21) herrschte großer Andrang von „großen und kleinen“ Besuchern und es wurde eifrig gewerkelt. Es entstanden 12 Höhlenbrüterquartiere. „Die meisten neuen Nistkästen werden bei den Kindern im eigenen Garten aufgehängt, so dass das Brutgeschäft im Frühjahr aus nächster Nähe beobachtet werden kann“, sagt Vorstandsmitglied Dierk Wessel. Auch die Kleinsten hatten ihren Spaß am Basteltisch und entwarfen bunte Vögel aus Papier. Die NABU-Aktiven stellten dabei für alle Besucher die häufigsten Wintervögel und deren Lebensweise vor.

Bei der nächsten Veranstaltung am 21.März 2015 geht es um deutlich kleinere Tiere. Unterkünfte für Bienen, Wespen, Käfer und andere Insekten werden selbst gebaut. Weitere spannende Entdeckungen folgen u.a. mit Vogelbeobachtungen, Waldexkursionen und es wird gegärtnert, gebastelt und gebaut.

Beginn und Ort der Veranstaltungen werden jeweils in der Lokalpresse und auf dieser Homepage www.NABU-Nienburg.de veröffentlicht.

Die NABU-Veranstaltungsreihe für Familien wird von der BINGO-Umweltstiftung gefördert.

NABU NI, 02.02.2015
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NABU enttäuscht: Grünland umgebrochen, Genehmigungspflicht war aufgehoben 
Dr. Buschmann: „Artenreiches Grünland erfüllt wichtige Funktionen für Natur, Umwelt und Klima“

Hannover - Der NABU als größter Umweltverband in Niedersachsen ist enttäuscht, dass es in dem Zeitraum zwischen 19. und 31. Dezember vergangenen Jahres möglich und legal war in Niedersachsen Grünland umzubrechen. Der NABU kritisiert zudem die öffentliche Ankündigung des agrarpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Wiard Siebels, vom 17. Dezember, wonach ab sofort ein Grünlandumbruch wieder möglich sei und die kurzzeitige Aufhebung des Umbruchverbotes begrüßt wurde. Da viele NABU-Mitglieder landesweit Grünlandumbrüche beobachtet haben, fordert der NABU Niedersachsen die Landesregierung auf, eine Übersicht zum Verlust der artenreichen Grünlandflächen vorzulegen und unverzüglich Schritte zur Rückgewinnung von Grünland einzuleiten.
 
Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erklärte: „Es ist ein Unding, Umbrüche auf Grünlandflächen zu propagieren. Dies treibt den dramatischen Artenschwund im Grünland weiter voran und verursacht zusätzliche Treibhausgasemissionen. Nach Informationen des NABU wurde besonders auf Moorböden bspw. im Tausendschrittmoor (Landkreis Emsland) und im Landkreis Rotenburg umgebrochen, wodurch noch schneller als bisher CO2 in die Atmosphäre gerät und dies die Klimaerwärmung anheizt. Da nicht genau bekannt ist, wo sich noch artenreiches Grünland befindet, um dieses individuell zu schützen, gehen bei jedem Umbruch Blütenpflanzen auf dem Grünland verloren. Es ist schon traurig genug, dass das Landvolk die Landwirte eindrücklich auf die Umbruchsmöglichkeit über die Feiertage hingewiesen hat, eine öffentliche Ankündigung aus der SPD-Regierungsfraktion heraus ist aus Sicht des NABU aber völlig untragbar und sendet eine fatale Botschaft für eine angeblich angestrebte naturverträgliche Agrarpolitik aus."
 
Der NABU Niedersachsen fordert insbesondere die SPD-Landtagsfraktion auf, sich endlich wie im Koalitionsvertrag versprochen dem Erhalt der Moorböden zu widmen und dabei ganz besonders auch das Grünland im Blick zu haben. Um den Wiesenvögeln wie Kiebitz, Uferschnepfe und Bekassine sowie den Weißstörchen einen Platz zum Brüten und zur Nahrungssuche bieten zu können, braucht Niedersachsen Grünlandflächen mit einer Vielzahl an Gräsern, Kräutern, einem breiten Spektrum an grünlandtypischen Insekten und Kleintieren.
 
"Ziel muss es sein, artenreiche Wiesen zu erhalten und wieder Ackerflächen in Wiesen umzuwandeln, statt Grasäcker mit Hochleistungsgräsern zu schaffen oder gleich umzubrechen. Sämtliche ökologisch besonders wichtigen Standorte wie Moorböden, Grünlandflächen in FFH- und Vogelschutzgebieten, Überschwemmungsflächen sowie erosionsgefährdete Hanglagen sind als Tabuflächen zu definieren und von jeglichem Umbruch auszuschließen", betonte der NABU-Landesvorsitzende.
 
Nach neuesten Zahlen aus dem Bundesamt für Naturschutz haben alle landwirtschaftlich geprägten Natura 2000-Gebiete in Deutschland an Arten verloren. Ausgerechnet das Grünland nimmt einen traurigen Spitzenplatz ein.
 
HINTERGRUND
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Freitag (19.12.14) amtlich mitgeteilt, dass der Schwellenwert für die allgemeine flächendeckende Genehmigungspflicht bei Grünlandumwandlungen unter fünf Prozent gefallen ist: Gemäß § 2 Abs. 1 der Verordnung zur Erhaltung von Dauergrünland vom 6. 10. 2009 (Nds. GVB1. S. 362) wurde bekannt gegeben, dass sich der Anteil der Flächen, die als Dauergrünland genutzt werden, im Verhältnis zur gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche bezogen auf die Referenzjahre 2003 bzw. 2005 um weniger als 5 Prozent verringert hat.
 
Damit entfällt die Genehmigungspflicht für das Umbrechen von Dauergrünland nach der Verordnung zur Erhaltung von Dauergrünland ab dem Tag der Bekanntmachung. Damit war der Genehmigungsvorbehalt nach Cross Compliance, der sich an Empfänger von EU-Betriebsprämien richtet und im Oktober 2009 in Niedersachsen eingeführt wurde, für 13 Tage vorübergehend aufgehoben.
 
Beschränkungen aufgrund anderer Rechtsvorschriften in Bezug auf den Umbruch von Dauergrünland bleiben allerdings bestehen. Denn: Ab 1. 1.2015 gilt ein neues Genehmigungsverfahren gemäß § 16 des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes. Demnach ist es nach dem Naturschutzrecht weiterhin unzulässig, Grünland auf Moorstandorten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand und in Überschwemmungsgebieten umzubrechen, da dies der ordnungsgemäßen Landwirtschaft widerspricht. Generell ist der Grünlandumbruch in allen Naturschutzgebieten, in so genannten „Natura 2000-Gebieten", in gesetzlich geschützten Biotopen, auf als Geschützte Landschaftsbestandteile geltendem Ödland und sonstigen naturnahen Flächen sowie  in Landschaftsschutzgebieten ohne Genehmigung verboten. Zudem darf nach dem Wasserrecht in Wasserschutzgebieten, in Überschwemmungsgebieten sowie an Gewässern Zweiter Ordnung ohne Genehmigung kein Grünlandumbruch erfolgen.
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NABU-PRESSEMITTEILUNG, 08.01.2015

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Nienburger Umweltverbände begrüßen geplantes Ende des Torfabbaus
Versprechen aus den 80er Jahren wird endlich eingelöst

Die im neuen Landesraumordnungsprogramm (LROP) geplante Streichung der Vorranggebiete für den Torfabbau stößt bei den Nienburger Umweltverbänden auf einhellige Zustimmung. Das haben Vertreter des örtlichen BUND, des NABU und der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) in einem Gespräch mit dem Nienburger Landtagsabgeordneten Helge Limburg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) deutlich gemacht.
Bereits im ersten niedersächsischen Moorschutzprogramm, das Mitte der 1980er Jahre in der Regierungszeit des CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht erarbeitet worden sei, sei das Ziel des Ausstiegs aus dem Torfabbau verankert gewesen.
Nicht zuletzt für den Klimaschutz habe der Erhalt von Torf und Moor eine hohe Bedeutung.

"Wir setzen jetzt um, was schon vor 30 Jahren angekündigt wurde. Wenn die Torfwirtschaft da von mangelndem Vertrauensschutz spricht und erst jetzt anfängt, die Forschung nach Ersatzstoffen voranzutreiben, kann ich das schlicht nicht nachvollziehen. Außerdem laufen die bereits genehmigten Abbauvorhaben zum Teil noch Jahrzehnte und ein Abbau der schon genehmigt ist, kann auch durchgeführt werden" , sagte Limburg.


Im Gespräch, von Links: MdL Helge Limburg (B'90/ DIE GRÜNEN), Lothar Gerner (BUND), Thomas Beuster (ÖSSM), Jens Rösler (NABU), Jörg Brüning (Kreistagsabgeordneter, B'90/DIE GRÜNEN)

Der vorgesehene Vorrang von Torferhalt solle bestehen bleiben, erklärte Limburg.
Die aktuell vom Landvolk losgetretene Diskussion um eine angeblich zwangsweise Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorflächen sei hingegen  absurdes Bauerntheater. Darin waren sich Naturschützer und Grünen-Politiker Limburg einig.
Dass ein Landesraumordnungsprogramm allein aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht in die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung eingreifen könne, ist nach Meinung des Rechtspolitikers Limburg, selbstverständlich auch den Fachleuten des Landvolks klar.  Deshalb ist das ganze Gerede um Wiedervernässung und Enteignung eine gezielte Kampagne der Landvolkspitze , meint Helge Limburg. 
Wenn das gegen rot-grün in Hannover gerichtet wäre, würde ich dem Landvolk keinen Vorwurf machen. Das ist das normale politische Geschäft, damit können wir umgehen. Was aber überhaupt nicht geht ist, dass die Landvolkspitze ganz gezielt Ängste bei den Bäuerinnen und Bauern schürt, nur um Stimmung gegen Landwirtschaftsminister Christian Meyer zu machen , so der Nienburger Grünen-Abgeordnete.

Die ihm von NABU, BUND und ÖSSM übergebenen Vorschläge zur Verschiebung der Grenzen der geplanten Vorranggebiete für den Torferhalt werde er an das für das Landesraumordnungsprogramm zuständige Landwirtschaftsministerium weitergeben, versprach Helge Limburg.

NABU NI, 15.12.2014
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NABU: Wildvögel sind Opfer, keine Täter!
Dr. Buschmann: „Infektionswege der betroffenen Mastanlagen identifizieren“
 
Hannover – „Wildvögel sind Opfer, keine Täter. Die Vogelgrippe sollte darum als das bezeichnet werden, was sie ist: als Geflügelpest“, sagt Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen. Das erneute Auftreten der Geflügelpest in Deutschland weckt beim NABU Erinnerungen an den ersten Ausbruch ab Februar 2006, der damals vom Erreger-Stamm H5N1 verursacht wurde.
 
Angesichts der aktuellen Diskussion um die Übertragungswege des Vogelgrippe-Virus H5N8, spricht sich der NABU Niedersachsen dafür aus, die genauen Infektionswege der betroffenen Mastanlagen zu identifizieren. Dazu müssten die Waren- und Materialströme der infizierten Betriebe untersucht werden, ebenso die Küken und Bruteier, die einen weitaus besseren Zugang zu Mastbetrieben haben, als Wildvögel.
 
Vor wenigen Tagen wurde eine scheinbar gesunde Krickente, eine wild lebende Entenart, positiv auf H5N8 getestet. Damals wie heute wurden darum sehr schnell wilde Zugvögel als wahrscheinliche Überträger des Virus beschuldigt. Die aktuellen Umstände der Ausbrüche in den drei europäischen Geflügelmastanlagen lassen diesen Übertragungsweg nach Überzeugung des NABU jedoch als extrem unwahrscheinlich erscheinen. Auch nach dem Ausbruch 2006 setzte sich unter Fachleuten die Erkenntnis durch, dass die weltweite Verbreitung des Virus kaum durch Wildvögel verursacht werden konnte. Der NABU-Landesvorsitzende warnt davor, Zugvögel voreilig für das aktuelle Auftreten der Geflügelpest verantwortlich zu machen. Im Gegenteil sollte alles versucht werden, um unsere Wildvögel vor der Ausbreitung des Virus aus Geflügelmastanlagen zu schützen.
 
In den vergangenen Tagen wurde ein hochpathogener Geflügelpest-Virus, auch häufig als „Vogelgrippe“ bezeichnet, in je einem industriellen Geflügelhaltungsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und Großbritannien festgestellt. In den ersten beiden Fällen handelt es sich um den Virus-Stamm H5N8, der bisher nur in Ostasien, vor allem in Südkorea, verbreitet war.
 
Bruteier und Eintagsküken reisen weltweit um ein Tausendfaches häufiger und wesentlich schneller herum als Zugvögel und haben weitaus besseren Zugang zu Ställen als Wildvögel. „Es liegt daher auf der Hand, dass auch jetzt die Ursachen für das Auftreten des H5N8-Virus eher bei den Praktiken und Warenströmen der modernen Geflügelhaltung zu suchen sind als bei ziehenden Wildvögeln“, sagt Dr. Holger Buschmann. Bislang ist außerdem noch kein Fall bekannt geworden, in dem Nutzgeflügel aus Freilandhaltung oder kleinen Privathaltungen betroffen war, obwohl dieses leichter mit Wildvögeln in Kontakt kommen könnte. „Die Geflügelpest ist ein Symptom der Massentierhaltung in Zeiten der Globalisierung“, betont der NABU-Landesvorsitzende. „Betriebe, deren Tiere artgerecht gehalten werden, können nicht eingeschränkt werden, wenn das Virus-Problem durch Massenbetriebe entstanden ist. Wildvögel sind nur die Opfer der Geflügelpest-Ausbrüche in Nutzflügelbeständen, die mit sich mit dem Virus infizierten und somit nun Überträger geworden sind. Man kann ihnen jedoch nicht die Schuld an der Entstehung geben“, so Buschmann weiter.
 
Der NABU fordert daher, Wildvögel wie Nutzgeflügel vor gegenseitigen Ansteckungen zu schützen. Dazu seien strikte Sicherheitsmaßnahmen für alle industriellen Nutzgeflügelbetriebe umzusetzen, wie geeignete Filter in Abluftanlagen, geordnete Entsorgung von Abfallstoffen und Abwässern, sowie der obligatorische Transport von Tieren in geschlossenen Lkw. Entsprechende Betriebe dürften in Zukunft nicht mehr in Konzentrationsgebieten von Wildvögeln genehmigt werden.
 
In Südkorea traten im vergangenen Winter größere von H5N8 hervorgerufene Massensterben von Wildvögeln jeweils erst dann auf, nachdem in der Umgebung ein Nutzgeflügelbetrieb von H5N8 befallen war.  Dort waren Wildvögel die Opfer der Vogelgrippe-Ausbrüche in Nutzgeflügelbeständen, nicht die Täter, die das Virus übertragen haben.
 
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NABU NIEDERSACHSEN-PRESSEMITTEILUNG |  NR 174/14  |  26. November 2014

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Tag der offenen Tür beim NABU Nienburg!

Am Sonntag dem 15. Juni 2014 öffnet der NABU Nienburg in der neu bezogenen Geschäftsstelle in Schessinghausen, Unter den Eichen 21, von 11:00-17:00 Uhr seine Türen.

 

 

 

NABU

Für Groß und Klein gibt's Informationen, Spiele und Naturschutz zum Anfassen! Zahlreiche Infostände geben Einblick zu Projekten und Aufgaben des seit 1974 bestehenden Vereins, wie dem Großprojekt Liebenauer Kiesgruben oder dem Fledermaus und Eulenschutz.
Ein kleines Quiz vermittelt ganz nebenbei Wissenswertes zu Themen wie dem Vogel des Jahres oder Nistkästen und Insektenhotels. Natürlich stehen auch an diesem Tag viele ehrenamtliche Mitglieder vor Ort für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung.

Der NABU Nienburg heißt sie also herzlich Willkommen!

< Einladung Tag der offenen Tür >

NABU NI, 04.06.2014

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Torffrei Gärtnern - Aktion für den Schutz der Moore

Nienburg - Der NABU startet eine „Torffrei Gärtnern"-Aktion und ruft die Bevölkerung dazu auf, nur noch torffreie Erde und regionalen Kompost zu verwenden. Mehr als 100 Gemeinschaftsgarten-Projekte in ganz Deutschland machen bereits mit.

Moore gehören zu den am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Deutschlands. 95 Prozent der noch vor wenigen Jahrhunderten bestehenden Moorflächen wurden bereits entwässert und gelten als „tot. „Nicht nur für die Artenvielfalt, auch für uns Menschen hat der Verlust von Mooren erhebliche Folgen", sagt Jens Rösler der Vorsitzende des NABU Nienburg. „Moore speichern doppelt so viel CO2 wie alle Wälder weltweit zusammen."

Zurzeit steigt auch in Nienburg wieder die Nachfrage nach Blumenerde. Doch vielen Hobbygärtnern ist nicht bewusst, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde" größtenteils Torf befindet - der Stoff, aus dem Moore bestehen. „Durch die Torfnutzung entweichen in kurzer Zeit große Mengen klimaschädlicher Gase, was den Treibhauseffekt verstärkt - mit fatalen Folgen für Menschen, Natur und unser Klima", warnt Rösler. „Dagegen wollen wir mit dieser Aktion ein Zeichen setzen und andere Hobby-Gärtner ermuntern, unserem Beispiel zu folgen."

Mittlerweile ist im Handel nicht nur Blumenerde mit stark reduziertem Torfanteil erhältlich, alle namhaften Hersteller bieten auch komplett torffreie Produkte an. Aufpassen muss man bei der Aufschrift „Bioerde", denn hier kann noch ein sehr großer Anteil Torf enthalten sein.

Kleingarten-Vereine und Gemeinschaftsgarten-Projekte, die ebenfalls an der Aktion teilnehmen möchten, melden sich gerne bei torffrei@NABU.de. Hinweise und Tipps finden Sie unter www.NABU.de/torffrei. Dort gibt es auch eine Deutschland-Karte, auf der alle Teilnehmer der Aktion verzeichnet sind und vorgestellt werden:
www.NABU.de/torffrei-gaertnern

NABU NI, 10.04.2014
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40 Jahre organisierter Naturschutz
NABU hielt Jahreshauptversammlung ab

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des NABU-Kreisverband Nienburg standen neben den üblichen Tagesordnungspunkten das diesjährige Jubiläum und Ehrungen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Im Beisein von Dr. Holger Buschmann, dem NABU-Landesvorsitzenden, dankt gleich zu Beginn der Versammlung der 1. Vorsitzende, Jens Rösler, ganz besonders den aktiven Mitgliedern für ihren wichtigen und uneigennützigen Beitrag, für das harmonische Vereinsleben und ihren Einsatz zum Erhalt unserer heimischen Natur.

In 2014 steht beim NABU Nienburg ein besonderes Jubiläum an: Vierzig Jahre organisierter Naturschutz im Landkreis Nienburg.
1974 versammelte sich erstmals regelmäßig eine Gruppe engagierter Naturfreunde im Nienburger Hotel "Zum Kanzler", um den Naturschutz in unserem Landkreis auf eine gesicherte wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Unter Leitung von Curt Panzke aus Schessinghausen bildete sich der Ornithologischen Arbeitskreis Nienburg. Systematisch wurde die Vogelwelt erfasst und die Daten an das damalige Landesverwaltungsamt weitergeleitet. Man hatte auch damals schon erkannt, dass gut gemeinte Aktionen wie Winterfütterung und Anbringen von Nisthilfen allein nicht ausreichen, der Vogelwelt zu helfen. Vielmehr muss umfassender Naturschutz betrieben werden, der das gesamte Lebensumfeld der Vögel schützt - und nicht nur das der Vögel! Folgerichtig wurde aus dem Ornithologische Arbeitskreis der NABU-Kreisverband Nienburg.

Rösler stellte in seinem Bericht für den Vorstand fest, dass in den letzten vierzig Jahren eine enorme Veränderung unserer Landschaft stattgefunden hat. Die Geschwindigkeit von Lebensraumverlust für viele Arten nimmt stetig zu. Vor allem die Wiesenvögel, vor vielen Jahren noch allgegenwärtig, sind von diesem Strukturwandel und Lebensraumverlust besonders betroffen. Wo brüten die letzten Paare des Kiebitzes oder des Braunkehlchens im Landkreis Nienburg noch?
Aber, und das ist erfreulich, es gibt auch Rückkehrer. See- und Fischadler und auch der Fischotter sind wieder heimisch. Der Wolf und der Biber klopfen an die Türen des Landkreises und es ist nur eine Frage der Zeit, wann der erste Nachweis dieser Arten erbracht wird. Diese Entwicklung wäre ohne engagierte Naturschützer nicht möglich gewesen!
Die kleinen Lichtblicke am Horizont dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen: Die dramatisch zurückgehende Artenvielfalt, die Freisetzung von CO2 und die Belastung der Böden und des Grundwassers vor allem durch die intensive Landbewirtschaftung, gefährden zunehmend unsere Zukunft.

Es geht darum, eine lebenswerte Umwelt für uns und unsere Nachkommen zu erhalten. Dafür will der NABU Nienburg weiter arbeiten und wenn nötig auch streiten. Für Mensch und Natur!

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden mit einer Urkunde geehrt: Hella Bösche, Dr. Bernhard Enders, Kai Franke, Manfred Sanftleben und Karl-Heinz Schwarzer.

Eine Urkunde für 35-jährige Mitgliedschaft erhielten: Dr. Michael Barkhoff, Lothar Gerner, Margarete Mühlenkamp, Jens Rösler sowie Horst Tiedemann.

Auf 40 Jahre Mitgliedschaft können zurück blicken: Wolfgang Benthin, Klaus Bösche, Karl-Heinz Duensing, Klaus Hellmund, Konrad Löhmer, Gerhard Rösler und Wilhelm Sprick.


Jens Rösler und Dr. Holger Buschmann mit den geehrten Mitgliedern

Eine besondere Ehrung erhielt Klaus Hellmund: Ihm wird durch den Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann die NABU-Ehrennadel in Bronze „in Anerkennung des vorbildlichen Engagements für den Natur- und Umweltschutz sowie die Ziele und Aufgaben des NABU" überreicht.


Klaus Hellmund (vorne rechts) erhält die NABU-Ehrennadel in Bronze

Dierk Wessel wurde zum neuen Pressewart gewählt, da Bernhard Schiewe nicht mehr für dieses Amt kandidierte.
„Die große Jubiläumfeier findet dann im September statt," erklärte abschließend Jens Rösler.

NABU NI, 10.03.2014
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NABU fordert Aktionspaket für artenreiches Grünland
Grünland als artenreichstes Biotop in Niedersachsen Lebensgrundlage für Weißstorch & Co.

Hannover - Der NABU Niedersachsen warnt davor, wegen der Diskussion um einen besseren Schutz von Grünland in Niedersachsen die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz in Natura 2000-Gebieten in Frage zu stellen.
Es wäre ein Unding nur in Teilen der NATURA-2000-Gebiete einen Schutz von Grünlandflächen umsetzen zu wollen. „Dies würde den jahrelangen gemeinsamen Anstrengungen im Naturschutz vor Ort nicht gerecht werden und die bisherigen Erfolge gefährden", sagte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen. Der NABU reagiert damit zum Tag des Artenschutzes (3. März) auf Äußerungen aus dem Landvolk Niedersachsen ein Umbruchverbot von Grünland im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 abzulehnen.

Der NABU Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, bei der Ausrichtung der Agrarförderprogramme ein Aktionspaket zum artenreichen Grünland zu schnüren. Um den Wiesenvögeln wie Kiebitz, Uferschnepfe und Bekassine sowie den Weißstörchen einen Platz zum Brüten und Bleiben und auch Gänsen Rastplätze bieten zu können, braucht Niedersachsen Grünlandflächen mit einer Vielzahl an Gräsern, Kräutern, einem breiten Spektrum an grünlandtypischen Insekten und Kleintieren . Nur dann ist der Tisch auch gedeckt und die Jungvögel können ausreichend versorgt werden.

„Wir brauchen attraktive Förderprogramme, damit Landwirte artenreiche Wiesen erhalten und wieder Ackerflächen in Wiesen umwandeln, statt Grasäcker mit Hochleistungsgräsern zu schaffen. Ziel muss es sein, die Obergrenze des möglichen Grünlandumbruchs von fünf auf ein Prozent zu reduzieren. Ökologisch besonders wichtige Standorte wie Moorböden, Grünlandflächen in Vogelschutzgebieten sowie Überschwemmungsflächen und erosionsgefährdete Hanglagen müssen als Tabuflächen definiert und von jeglichem Umbruch ausgeschlossen werden", erklärt Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender.

In Natura 2000-Gebieten muss gehandelt werden. Nach neuesten Zahlen aus dem Bundesamt für Naturschutz haben alle landwirtschaftlich geprägten Natura 2000-Gebiete in Deutschland an Arten verloren. Ausgerechnet das Grünland nimmt einen traurigen Spitzenplatz ein. Ob Salzwiesen im Norden oder Bergmähwiesen im Süden, seit 2007 hat sich der Zustand flächendeckend verschlechtert. Aus Sicht von Naturschutzfachleuten ist deshalb die generelle Einstufung von Natura 2000-Grünland als umweltsensibles Grünland notwendig. Dies macht ein Umbruchverbot innerhalb der Natura 2000-Kulissen notwendig, denn auch ein Pflegeumbruch mit Neueinsaat würde den Verlust der zu schützenden Arten bedeuten. Eine flächenscharfe Festlegung artenreicher Flächen innerhalb des Natura 2000-Netzes ist nach Einschätzung der Verwaltung wegen fehlender Daten kaum umsetzbar und fachlich nicht sinnvoll. So nutzen zum Bespiel hochbedrohte Wiesenvögel für Brut und Nahrungssuche jeweils die gesamte Wiesenkulisse in Natura 2000-Gebieten.

NABU NI, 03.03.2014
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NABU und VW Leasing: Erfolgreiche Wiedervernässung im Lichtenmoor
Moorschutzprojekt ist wichtiger Beitrag zum Arten- und Klimaschutz

Mit einem symbolischen Lückenschluss zur Wiedervernässung von Flächen im Lichtenmoor in Niedersachsen haben der NABU und die Volkswagen Leasing GmbH am Montag, 26.08.2013, erfolgreiche Maßnahmen zum Moorschutz im Naturschutzgebiet "Weißer Graben" abgeschlossen. Die Wiederherstellung der moortypischen Wasserstände hilft nicht nur dem Kranich oder dem Hochmoorbläuling, einer gefährdeten Schmetterlingsart, sondern leistet auch einen Beitrag zum Schutz des Klimas.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke :"Nur durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Partner in den Gemeinden, des Landkreises und der Naturschutzverbände wurde dieses Projekt zu einem Erfolg und zeigt, was langjähriges Engagement vor Ort bewirken kann."

Lars-Henner Santelmann, Vertriebsvorstand der Volkswagen Financial Services AG: "Auch im Lichtenmoor wird deutlich, worauf es beim nachhaltigen Wirtschaften und der Umsetzung konkreter Klimaschutzprojekte ankommt: Eine vertrauensvolle Basis in der Zusammenarbeit und einen langen Atem aller Beteiligten."


Begrüßung und Projektvorstellung. Foto: (c) NABU NI 
 

Seit dem Jahr 2009 engagieren sich der NABU und die Volkswagen Leasing GmbH gemeinsam für den Moorschutz in Deutschland. Aufbauend auf die ersten Erfolge wurde Ende 2011 der Deutsche Moorschutzfonds gegründet, der seitens der Volkswagen Leasing mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro ausgestattet wird. Durch dieses Finanzierungsinstrument werden mittlerweile über zehn Moorschutzprojekte deutschlandweit unterstützt.

In die Renaturierung des Lichtenmoores war zuletzt auch ein Teil der Erlöse investiert worden, die die Kunden der Golf Blue-e-motion Erprobungsflotte aus der Region Hannover als Nutzungsentgelt aufgebracht hatten. Dr. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Leiter Außen- und Regierungsbeziehungen: "Die Renaturierung von Mooren ist der vernünftigste Weg, den Schutz des Klimas mit dem der Biodiversität zu verknüpfen. Deshalb prüfen wir, ob Volkswagen Moorschutz-Projekte demnächst auch international vorantreiben kann."


Beim Lückenschluss. Von Links: Thomas Beuster (Projektleiter), Olaf Tschimpke (NABU-Präsident), Lars-Henner Santelmann (Vertriebsvorstand der Volkswagen Financial Services AG) Foto: (c) NABU NI

Ursprünglich war das Lichtenmoor eine über 2.000 Hektar große Hochmoorlandschaft. Davon ist heute nur noch ein kleiner Teil erhalten. Der NABU und seine Partner konzentrieren sich in ihrem Engagement auf die Moorflächen in den Naturschutzgebieten "Weißer Graben" und "Holtorfer Moor". Wie bodenkundliche Gutachten zum klimarelevanten Gasaustausch ergeben haben, kann neben der naturschutzfachlichen Aufwertung hier auch ein bedeutender Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden. Bei einem optimalen Verlauf können auf lange Sicht in diesen beiden Schutzgebieten Emissionen von über 180.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid vermieden werden.

NABU 27.08.2013

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Neue NABU Regionalgeschäftsstelle 'Weser-Mitte' gegründet

Hoya, Hannover - Gemeinsam mit dem NABU-Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann und den NABU-Gruppen aus der Region wurde die Einrichtung einer neuen Regionalgeschäftsstelle 'Weser-Mitte' vereinbart. Ab Anfang August dieses Jahres wird es somit eine fünfte Regionalgeschäftsstelle (RGS) des NABU mit Sitz in Hoya geben; womit dann auch die Region 'Weser-Mitte' abgedeckt sein wird. Mit seinen schon vier bestehenden NABU-Regionalgeschäftsstellen koordiniert der Landesverband Niedersachsen die NABU-Gruppenarbeit in den niedersächsischen Landschaftsräume in Emsland/Grafschaft Bentheim, Oldenburg, Ostfriesland sowie in Südostniedersachsen/Harz.

Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erklärte: "Das ehrenamtliche Engagement im Naturschutz langfristig zu erhalten, wird die Hauptaufgabe der Regionalgeschäftsstelle sein. Das Einzugsgebiet deckt die Landkreise Diepholz, Nienburg und Verden ab. Die Aktivitäten der Gruppen vor Ort sind sehr vielfältig. Im Frühjahr Schutzzäune an Straßen aufstellen, damit Kröten und Frösche sicher ihre Laichgewässer erreichen können. Gemeinsam eine Streuobstwiese pflegen und im Herbst die geernteten Früchte zu Saft verarbeiten. Die alte Eichenallee vor der Kettensäge retten und sich täglich auf dem Weg zur Arbeit daran erfreuen. So macht Naturschutz Spaß."


Die Vertreter der beteiligten NABU Gruppen und dem Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann bei der Gründungsversammlung. (Foto: © NABU)

Mit der neuen RGS in der Region Weser-Mitte, sollen die NABU-Aktiven gezielt vor Ort unterstützt werden, um die Naturschutzarbeit des NABU weiter zu stärken. Den ehrenamtlich tätigen NABU-Mitgliedern wird deshalb administrative Unterstützung zur Seite gestellt und es sollen weitere Menschen gewonnen werden, die sich im Naturschutz engagieren.

Jens Rösler, 1. Vorsitzender vom NABU Kreisverband Nienburg, sagte: "Für die Naturschutzarbeit in unserer Region Weser-Mitte hat dies eine große Bedeutung. Um unsere Projekte wie beispielsweise die „Liebenauer Gruben“ oder „vom Trafoturm zum Tierhotel“,  langfristig abzusichern und die immer steigende Zahl an Aufgaben auch zukünftig meistern zu können, wird die Unterstützung dringend benötigt. Für Naturfreunde und -interessierte wird die Regionalgeschäftsstelle auch als Ansprechpartner fungieren. Bereits jetzt sucht der NABU weitere Menschen, die sich aktiv im Naturschutz engagieren wollen."

NABU NI, 17.06.2013

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Schwalben in Nienburg und Stolzenau willkommen
Erste schwalbenfreundliche Häuser in Niedersachsen ausgezeichnet
Dr. Buschmann: "Wertvoller Beitrag für den Artenschutz!"

Der NABU Niedersachsen hat am 30. Mai die ersten beiden niedersächsischen schwalbenfreundlichen Häuser in Nienburg und in Stolzenau im Rahmen seines NABU-Projektes 'Schwalben willkommen' mit einer Plakette und Urkunde ausgezeichnet. Seit April sind sie aus Afrika zurück, die Schwalben von Peter Siepel in Nienburg. Und sie wurden herzlich willkommen geheißen: In der Tordurchfahrt des Gebäudes an der Weserstraße durften sie auch in diesem Jahr wieder ihre Nester beziehen. Dieses harmonische Zusammenleben von Vogel und Mensch nahm der NABU Niedersachsen zum Anlass, die ersten beiden Plaketten 'Hier sind Schwalben willkommen' zum Anbringen an die Häuser in Nienburg und Stolzenau zu verleihen.

Verleihung der Plakette "Schwalben willkommen"
Foto (c) NABU NI

Dr. Holger Buschmann, NABU Landesvorsitzender Niedersachsen, und Klaus Bosse, 2. Vorsitzender NABU Nienburg, bedankten sich bei Peter Siepel außerdem mit einer Urkunde für diesen "wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Schwalben sind Kulturfolger, sie sind darauf angewiesen, dass sie von den Menschen in ihrer direkten Umgebung toleriert werden", betonten die beiden NABU-Vertreter.

Der Immobilienmakler Peter Siepel hat erst in den letzten Jahren begonnen, sich für den Naturschutz zu begeistern. Er ließ sich vom NABU beraten und brachte zahlreiche Gebäudebrüterkästen für Mauersegler und Fledermäuse, Mehlschwalben-Kunstnester und weitere Nistmöglichkeiten an. Nun freut sich der 70-jährige täglich am Gezwitscher seiner neuen Untermieter.


Verleihung von Plakette und Urkunde in Nienburg- von links: Dr. Holger Buschmann (NABU Landesvorsitzender), Peter Siepel (Hausbesitzer), Klaus Boße (NABU Nienburg); Foto: (c) NABU Ni

Eine weitere Plakette 'Hier sind Schwalben willkommen' und Urkunde erhielt Gerhard Michael in Stolzenau. Mit 16 Mehlschwalbennestern am Haus hat der engagierte Naturschützer vermutlich die größte Kolonie in der Stadt Stolzenau. Bis zu 40 Jungvögel werden jedes Jahr flügge und das schon seit vielen Jahren.


Verleihung von Plakette und Urkunde in Stolzenau - von links: Dr. Holger Buschmann (NABU Landesvorsitzender), Gerhard Michael (Hausbesitzer): Foto: (c) NABU Ni

Mehlschwalben seien Koloniebrüter, erläuterte der NABU Niedersachsen, und früher hätte es viel häufiger Kolonien dieser Größe gegeben. Diese seien heute eine Seltenheit. Moderne Fassadenbeschichtungen verhinderten häufig das Anhaften der Nester oder es gäbe einfach zu wenig offenen Boden in der Umgebung. Immer wieder würden Nester aus Angst vor Verschmutzung abgeschlagen, obwohl dies nach dem Naturschutzrecht verboten ist. Dabei könne man durch ein Kotbrettchen unter dem Nest ganz einfach Abhilfe schaffen.


Mehlschwalbenkolonie am Haus von Gerhard Michael in Stolzenau; Foto: (c) NABU Ni

Mit dem Projekt 'Schwalben willkommen' möchte der NABU niedersachsenweit auf die Schutzbedürftigkeit der ehemals als Glücksbringer verehrten Vögel aufmerksam machen. Im Rahmen des Projektes, das der NABU Niedersachsen in diesem Jahr startete, werden Besitzer schwalbenfreundlicher Häuser, an deren Wänden die flinken Frühlingsboten brüten dürfen, mit einer attraktiven Plakette und einer Urkunde ausgezeichnet.

Viele Tipps zum Schwalbenschutz und zur Erhaltung bestehender Schwalbenkolonien gibt es im Netz unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/schwalben/

Das NABU-Projekt 'Schwalben willkommen' wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.

NABU NI, 31.05.2013

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Schwalben willkommen!

Ein neues NABU Projekt in ganz Niedersachsen.
NABU Nienburg ruft Kindergruppen, Schulen und Vereine zu Aktionen auf.
 

Mitte April ist mit der Rückkehr der Schwalben aus dem Süden zu rechnen. Mit dem Projekt „Schwalben willkommen" wird der NABU Niedersachsen in den drei kommenden Jahren diesen Frühlingsboten seine besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn besonders die Bestände von Rauch- und Mehlschwalbe, die beide in direktem Umfeld des Menschen nisten, sind in den letzten Jahren rückläufig.

Schwalben sind die Vorboten des Sommers! Ihr fröhliches gezwitscher lässt gute Laune aufkommen. Wenn sie hoch in das Himmelsblau steigen, könne wir uns auf gutes Wetter freuen. Als Insektenvertilger sorgen sie dafür, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt", erklärt Klaus Boße, NABU Nienburg. Schwalben sind Kulturfolger und nisten in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen, wo sie früher als Glücksbringer verehrt wurden. Aber dieses Glück ist bedroht, warnt der NABU.
Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze seien zunehmend versiegelt, so das die Schwalben keinen Lehm zum Nestbau mehr finden. An modernen Fassaden haften die Nester nicht mehr oder werden sogar abgeschlagen. In Stallungen seien sie aus Hygienegründen oft unerwünscht. Und in der intensiv genutzten Ackerlandschaft gäbe es nur noch wenige Insekten als Nahrung. Die Uferschwalben leidet unter dem Verbau der Gewässer sowie unter Störung und Zerstörung an ihren Nistplätzen.

Mehlschwalbe am Nest
Mehlschwalbe am Nest mit Jungvogel

Zunächst einmal möchten wir wissen, wann die Schwalben eintreffen und wo sie nisten" ruft NABU Projektleiterin Jutta Over die Bevölkerung zur Mithilfe an dem großen Projekt auf. Sie bittet darum, das Eintreffen der Schwalben sowie die Niststandorte zu melden- das geht über das Netz unter http://niedersachsen.nabu.de/aktion/schwalben/ mit einem Online-Meldebogen unter ,Schwalben melden.'
Auch Kinder- und Jugendgruppen sowie Schulklassen sind eingeladen, sich an dem NABU Projekt zu beteiligen. Damit die jüngsten Naturschützer die in Niedersachsen vorkommenden Schwalbenarten erst einmal kennen lernen, stehen Umweltbildungsmaterialien zum Malen, Basteln und Spielen zur Verfügung.
In einem zweiten Projektschritt geht es dem NABU dann um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Schwalben. Leider gehen immer mehr Kolonien verloren, weil alte Gebäude renoviert oder abgerissen werden. Dabei ist der Gesetzgeber eindeutig auf der Seite der Schwalben: Schwalbennester dürfen nicht entfernt werden und wer sie dennoch zerstört, muss Ersatz schaffen.
„Wir möchten aber nicht mit Paragrafen drohen" sagt Biologin Jutta Over, „ sondern vielmehr gemeinsam nach Lösungen suchen." Gegen Verschmutzung der Fassade helfe ein einfaches Kotbrettchen. Wenn die Nester nicht halten, könne man einen Rauputzstreifen oder ein mit Draht überzogenes Nistbrett anbringen. Ist in der Nähe kein offener Lehmboden mehr vorhanden, lässt sich eine Lehmpfütze auch künstlich anlegen und feucht halten. Oder man versucht es mit einem Kunstnest. Auch für diese Hilfsmaßnahme stellt der NABU Anleitungen zur Verfügung.

Am besten ist den Schwalben geholfen, wenn bestehende Kolonien geschützt und unterstützt werden. Daher wird der NABU ab Sommer 2013 solche Hausbesitzer auszeichnen, die diesen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Wer Schwalbennester am Haus hat, kann auf Antrag eine Plakette, Schwalben willkommen' und eine Urkunde erhalten. Außerdem darf er ein hochwertiges Kunstnest zur Erweiterung der Kolonie an seinem Haus anbringen. Insgesamt sollen 2000 Kunstnester in ganz Niedersachsen angebracht werde.
Das NABU Projekt wird von der Niedersächsischen Bingo - Umweltstiftung gefördert.

Informationen zum NABU-Projekt finden sie im Netz unter dem Link:
http://niedersachsen.nabu.de/aktion/schwalben/

NABU NI, 23.04.2013 '
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Torfabbau in Darlaten: Naturschutzverbände sind dagegen

In Darlaten hat die Firma COMPO auf 170 Hektar für die kommenden 30 Jahre Torfabbau beantragt. Dieses Vorhaben wird von den Naturschutzverbänden „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) und „Naturschutzbund" (NABU) strikt abgelehnt. In einer ausführlichen Stellungnahme haben die beiden Verbände dem Landkreis ihren Standpunkt mitgeteilt.

Ein wichtiges Argument gegen den Torfabbau ist der Klimaschutz. Denn durch den Abbau von 2,25 Mio. m³ Torf werden ca. 700.000 t Kohlenstoffdioxid in die Luft abgegeben, eine immense Menge, die das Klima anheizt. „Und das alles nur für den Hobby-Gartenbau: "versteckt in sogenannten Pflanzerden kaufen die Menschen hauptsächlich diesen Torf", empört sich Lothar Gerner vom BUND, „diese klimaschädliche Verschwendung unserer Torfreserven sollte schleunigst aufhören." Auch wenn sich der Torf in Darlaten durch die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen allmählich in Kohlenstoffdioxid verwandelt, sind die Naturschutzverbände der Meinung, dass die Landwirtschaft künftig nur einen Teil des Torfs in Klimagase verwandelt.

Ein zweiter gravierender Mangel des Abbauantrags ist die Nichtbeachtung des Raumordnungsverfahrens von 2003, stellen BUND und NABU fest, denn dort wurde festgelegt, dass eine 50 cm dicke Schwarztorfschicht nach Abbau stehenbleiben muss, um wieder Moor entstehen lassen zu können. Diese Schicht sei aber bei diesem Abbau nicht vorgesehen. „Das können wir nicht akzeptieren", so Jens Rösler vom NABU, „die Vorgaben des Raumordnungsverfahrens müssen eingehalten werden. Daher muss auf jeden Fall eine dickere Torfschicht stehen bleiben."

Torfabbau - 30 Jahre Öde
Torfabbau - 30 Jahre Öde!


Für die Entwässerung zum Torfabbau sollen etliche Gräben in den Sanduntergrund vertieft werden, kritisieren die Naturschutzverbände, und das gesamte Wasser soll mitten durch das jetzige Naturschutzgebiet geleitet werden. „Hier fehlt die Prüfung, ob das Wasser nicht unschädlicher in andere Richtung fließen kann", bemängelt Lothar Gerner die Planung, „und die enorme Tiefe der Gräben verhindert die Wiedervernässung nach Torfabbau. So entsteht nie wieder neues Moor!"

Auch bei der Untersuchung der Vogelwelt zeigt der Antrag der Firma COMPO, nach Ansicht der Verbände, gravierende Mängel. „Wichtige vorkommende Arten, wie Kleinspecht, Heidelerche und Pirol, wurden gar nicht festgestellt", beklagt Jens Rösler, „bei anderen wurden falsche Anzahlen angegeben. Die Bedeutung des heckenreichen Grünlands als Nahrungs- und Brutraum für die Vögel wurde völlig falsch dargestellt. Auch die Fledermäuse wurden nicht untersucht".

Auch wenn die Flächen im Raumordnungsprogramm des Landkreises für Torfabbau vorgesehen sind, lehnen die Verbände aus den dargestellten Gründen den Torfabbau in Darlaten ab. Gleichzeitig fordern sie die Bürger auf, beim Einsatz von Gartenerden aus Klimaschutzgründen nur torffreie Erden zu kaufen.

NABU NI, 03.04.2013

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Landtagswahl: Moore und Klimaschutz
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Nienburger Umweltverbände befragten Landtagskandidaten -

Untersuchungen des von Thünen-Instituts belegen die enorme Bedeutung der Moorböden für den Klimaschutz.
Gerade Niedersachsen mit seinen umfangreichen Moorböden kann hier viel zur Verminderung der Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen beitragen. Zwei Drittel der Moorböden werden landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzung setzt große Mengen Treibhausgase frei. Die niedersachsenweite „Aktion Moorschutz" setzt sich für den Schutz der Moorböden ein.

Die Umweltverbände des Landkreises Nienburg „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) und „Naturschutzbund Deutschland" (NABU) wollten von allen Landtagskandidaten aller Parteien im Landkreis Nienburg wissen, wie sie zum Moorschutz stehen.

Vier Fragen wurden gestellt.

Nicht geantwortet haben Torben Franz (Die Linke), Heiner Werner (FDP), Helge Limburg (Bündnis 90/Grüne) und Bernd Dreyer (Piraten)

In der ersten Frage wurde nach der Unterstützung eines Moor- und Klimaschutzkonzepts mit Wiedervernässung von Mooren gefragt.
Volle Unterstützung wurde von den Kandidaten von SPD (Grant-Hendrik Tonne, Birgit Menzel), Bündnis 90/Grüne (Monika Tautz), Die Linke (Viktoria Kretschmer), FDP (Dr. Lothar Biege) und Piraten (Heinrich Rode) zugesagt. Die Kandidaten der CDU (Karsten Heineking, Johann-Heinrich Ahlers), wollen laut BUND und NABU ein Moorschutzprogramm nur unter Naturschutzaspekten.

In der zweiten Frage wurde nach Unterstützung von Wiedervernässung landwirtschaftlicher Moorflächen gefragt.
Die Kandidaten von SPD und CDU machten hierzu keine Angaben, der FDP - Kandidat und die Grüne sehen das Problem der Kosten, da die Flächen gekauft werden müssten. Daher fordern die Grünen zunächst Wiedervernässung von Moorböden auf staatlichen Flächen.

In der dritten Frage ging es um den sofortigen Stopp neuer Torfabbaugenehmigungen.
Die CDU will den Torfabbau erst mittelfristig beenden, die SPD eventuell, die Grünen und Die Linke sind für sofortigen Stopp, wobei die Grünen eine Torfabbau-Abgabe einführen wollen, um Torfersatzstoffe zu fördern.

Zuletzt wurde nach der Bedeutung von Arten- und Biotopschutz in Mooren gefragt.
Hier haben alle Kandidaten ihre volle Unterstützung zugesagt.

Wie Lothar Gerner vom Vorstand des BUND und Jens Rösler, Vorsitzender des NABU, betonen, zeigen die Antworten aufschlussreiche Unterschiede in den Haltungen der befragten Kandidaten zur Frage des Moorschutzes.

Die beiden Umweltverbände fordern alle Bürger auf, zur Wahl zu gehen, um dadurch ihre Meinung zu Umweltfragen politisch umzusetzen.

NABU NI, 27.12.2012
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Nistplattformen errichtet.
NABU und e.on Avacon sorgen für Fischadler-Nistmöglichkeiten

Ermuntert durch den Fischadler Bruterfolg an den Liebenauer Kiesgruben - 3 Jungvögel wurden flügge - ergab sich für den NABU Nienburg nun erneut die Chance etwas für diese seltene Adlerart zu tun. Im Naturschutzgebiet (NSG) Wiedesee bei Hoya wurden vor kurzem Nistplattformen für Fischadler auf ausgedienten Betonstrommasten errichtet.

Die durch das NSG Wiedesee Hoya laufende 20.000 Volt Stromleitung wurde von e.on Avacon zurückgebaut. Die Betonmasten sollten entfernt werden. „Was lag da näher als auch dort, so wie im Gebiet der Liebenauer Kiesgruben erfolgreich praktiziert, die Masten in NABU-Eigentum zu übernehmen und mit Nistplattformen für den Fischadler herzurichten", sagt Jens Rösler vom NABU Nienburg.

Nachdem die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Nienburg vorlag, der Grundeigentümer (LGLN) auf denen die Masten stehen auch zugestimmt hatte, konnte der Übernahmevertrag für die Masten unterzeichnet werden.
Anfang November wurden dann von Auszubildenden der e.on Avacon die Fischadler Nistplattformen in ca. 13m Höhe auf die Betonmasten montiert werden. Nach der Montage wurden noch Weidenzweige und Grassoden auf die Plattform aufgebracht, um die Attraktivität zu erhöhen.

Montage der Nisthilfen
Die Fischadler Nisthilfe wird auf dem Betonmast montiert. Foto: (c) NABU NI

Rösler: „Nun gilt es abzuwarten bis die Fischadler im März/April aus ihren Winterquartieren aus Westafrika, Marokko oder Spanien zurückkehren. Leider mangelt es bei uns an natürlichen Nistmöglichkeiten, so dass die Fischadler sehr gerne solche Hilfsangebote annehmen. Da die Jungvögel aus Liebenau, aber auch die vom Steinhuder Meer, immer wieder an ihren Geburtsort zurückkehren, um ihre eigene Brut zu beginnen, ist die Chance groß, dass auch diese Nisthilfen in den nächsten Jahren besetzt werden.
Der NABU Nienburg möchte sich auf diesem Wege auch noch einmal bei allen an der Aktion Beteiligten bedanken, ganz besonders aber bei den Auszubildenden von e.on Avacon.

NABU NI, 10.12.2012

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Zahl der Vögel in der Agrarlandschaft halbiert.

Seit 1980 ist in der Europäischen Union jeder zweite Vogel in der Agrarlandschaft verloren gegangen. Die Landwirtschaftspolitik muss umweltfreundlicher werden, so Jens Rösler 1. Vorsitzender vom NABU Nienburg.
Allein in den letzten 20 Jahren sind mehr als eine Millionen Feldlerchen in Deutschland verstummt, ein Beispiel unter vielen. Eine aktuell vorgelegte europaweite Analyse zeigt, das dringend Handlungsbedarf besteht.

Trotz der internationaler Bemühungen und Richtlinien hat die Agrarlandschaft Europaweit die Hälfte ihrer Vögel verloren, 300 Millionen Vögel weniger als vor 30 Jahren.

In Deutschland gehen die Bestände vieler häufiger Brutvögel der Weiden, Wiesen und Äcker deutlich zurück, sagt Klaus Boße vom NABU Nienburg, so verringerte sich der Bestand der Feldsperlinge laut der neusten Studie von Birdlife International und European Bird Census Council um ein und die des Kiebitz um zwei Drittel ihres Bestandes. Der  Rebhuhnbestand brach seit 1990 in Deutschland um 75% ein, europaweit um 90%.

Die aktuellen Vogelbestandsdaten stammen aus wissenschaftlichen Erhebungen in 23 EU- Mitgliedsstaaten. In Deutschland werden die relevanten Zahlen vom Dachvervand Deutscher Avifaunisten analysiert und für EU-weite Erhebungen bereitgestellt. Auch vom NABU Nienburg beteiligen sich Mitgliedern an der Erfassung der Vogelarten, sagt Boße, 2. Vorsitzender vom NABU Nienburg.

Rebhuhn auf Acker
Immer seltener zu sehen: Rebhuhn auf Acker                                      Foto: (c) NABU NI, Klaus Boße

Vögel sind ausgezeichnete Zeigerarten für den Zustand der biologischen Vielfalt. Die aktuelle Analyse der EU-weiten Vogeltrends bestätigt nicht nur ein erschreckendes Ausmaß des Verlustes an biologischer Vielfalt, sondern deutlich heraus, dass der Artenschwund vor allen in der intensiv genutzten Agrarlandschaft in den letzten Jahren zugenommen hat. Die alarmierenden Zahlen über den  Agrarvogelschwund werden der EU-Kommission im Rahmen der Diskussion um die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorgelegt.

Die Naturschutzverbände dringen darauf, dass die Neugestaltung der GAP Einfluss nimmt. Die bisherige GAP hat den Trend zu natur- und umweltschädigenden Praktiken verstärkt. Die hohen Grünlandverluste in Deutschland und die Intensivierung der Ackernutzung haben den Charakter von Agrarlandschaft und Landschaftsbild verändert. Neben Verlusten biologischer Vielfalt sind vielerorts hohe Belastungen von Böden und Grundwasser die Folge dieser Intensivierung.

Die GAP muss einen entscheidenden Beitrag auch zum Erreichen der bis 2020 vereinbarten Biodervisitätsziele auf europäischer Ebene leisten. Ein wichtiger Schritt ist, dass die EU Kommission zukünftig den Bezug von Direktzahlungen an die verpflichtende Einhaltung naturverträglicher Bewirtschaftungsmethoden, knüpfen will. Ökologische Vorrangsflächen werden insbesondere in intensiv genutzten Agrarlandschaften von entscheidender Bedeutung sein. Mit der Verpflichtung mindestens 7% ökologischer Vorrangsflächen bereit zu stellen (ausgenommen ökologische arbeitende Betriebe) können wichtige Lebens- und Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten geschaffen und damit ein Beitrag zu einer naturverträglichen Landbewirtschaftung geleistet werden.

NABU NI, 17.09.2012

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Zu Besuch bei den Eystruper Fledermäusen

Der NABU Nienburg hatte am 30.08.12 unter der Leitung von Wilfried Dreyer mit einer Exkursion zu den Eystruper Fledermäusen eingeladen. Nach einer halbstündigen Einführung über Fledermausarten und deren Lebensräume, Vermehrung und Nahrungsaufnahme, begann die Exkursion durch das Südfeld von Eystrup auf ein landwirtschaftliches Anwesen. Bis dahin ließen sich jedoch keine Fledermäuse sichtbar und durch einen Batdetektor hörbar erfassen.

 

Fledermausnacht Eystrup 2012
Wilfried Dreyer (2. v. lks) vom NABU Nienburg mit den Gästen der Eystruper Fledermausnacht (Foto: (c) NABU NI)

Von der Kirche entlang ging es dann zu einem kleinen See in der Wesermarsch. Auf dem Weg dorthin konnten die Teilnehmer dann mit Hilfe des Detektors Fledermäuse hören. Und endlich - knapp über der Wasseroberfläche am See konnten dann viele Wasserfledermäuse im Schein der Taschenlampen bei der Jagd nach Insekten beobachten werden. Das war ein tolles Erlebnis für die Kinder, Eltern, Großeltern und alle konnten nach zweistündiger Veranstaltungsdauer zufrieden wieder den Heimweg antreten.

NABU NI, 01.09.2012

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Hohe Ehrungen für NABU Mitglieder

Die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder war einer der Tagespunkte auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des NABU Nienburg. Diese fand im Naturfreundehaus in Nienburg unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Jens Rösler statt.

Rösler bedankte sich bei den Aktiven für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit und somit für ihren wichtigen und uneigennützigen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Natur.

Sehr erfreulich ist, dass sich immer mehr Menschen dem NABU anschließen und sich auch aktiv für den Natur- und Umweltschutz engagieren. Besonders freute sich Rösler über die Gründung der Kindergruppe im letzten Jahr sowie über die höchste Auszeichnung die der NABU auf Bundesebene zu vergeben hat, die Lina-Hähnle-Medaille.

Vielfältige Projekte und Aktionen wurden 2011 durchgeführt. Beispielhaft genannt wurden die zahlreichen Exkursionen und Themenabende, die Umweltbildung mit Projekten an Schulen, Eulenschutz (v.a. Schleiereule und Steinkauz), Eisvogelprojekte mit dem Anlegen von natürlichen und künstlichen Nisthilfen und den Erhalt von Bäumen mit natürlichen Höhlen.
Das größte Projekt jedoch, in das noch viel Arbeit und Geld gesteckt werden muss, sind die Liebenauer Gruben. Von dem 142 ha großem Gebiet sind bereits 73 ha im Eigentum des NABU übergegangen, Um auch die restlichen Flächen erwerben zu können ist der NABU jedoch auf weitere Spenden angewiesen.

Da die langjährigen Vorstandsmitglieder, Wilhelm Sprick und Wolfgang Benthin, für eine Wiederwahl nicht mehr kandidierten, wurden neu in den Vorstand des NABU Nienburg gewählt: Christiane Krey (Kassenwart), Klaus Hellmund (Schriftführer) und als Pressewart Bernhard Schiewe. Die Kasse wird zukünftig geprüft von Konrad Löhmer und Ehler Harms.

Zum Ende der Versammlung stand dann der Tagesordnungspunkt Ehrungen an.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft im NABU Nienburg wurde Dr. Ute Hahn-Schliestedt in Abwesenheit geehrt.

Anschließend ehrte Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachen,
für 21 Jahre im Vorstand, ornithologische Erfassungen, Exkursionen und Vorträge Wolfgang Benthin mit der Bronzenen NABU Ehrennadel.
Wilhelm Sprick schaut auf 31 Jahre Vorstandsarbeit als Kassenwart zurück und beteiligt sich regelmäßig aktiv an der praktischen Naturschutzarbeit. Dafür erhielt er die silberne Ehrennadel.
Gerhard Rösler wurde für sein, Jahrzehnte langes besonderes, sowohl regionales als auch überregionales Engagement für den NABU, mit der Goldenen Ehrennadel von Buschmann ausgezeichnet.
Somit hat der NABU Nienburg nun nach Klaus Bösche das zweite Mitglied in seinen Reihen, welches mit dieser selten vergebenen Ehrennadel vom Landesverband ausgezeichnet wurde.

Geehrte Mitglieder des NABU Nienburg
Von links: Jens Rösler, Wolfgang Benthin, Gerhard Rösler, Wilhelm Sprick, Dr. Holger Buschmann 

Dr. Buschmann bedankte sich bei den geehrten und bei allen anderen engagierten Mitglieder für ihren hervorragenden Einsatz im Natur- und Umweltschutz.

NABU NI, 28.03.2012

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Lichtenmoor: Torfabbau schädigt Klima und Natur

Auf 163 ha soll im Lichtenmoor der Torf 40 cm tiefer abgebaut werden, das sind 650.000 Kubikmeter Torf. Auf 140 ha sollen zusätzlich Torfböden durch Tiefpflügen landwirtschaftlich erschlossen und durch tiefe Gräben entwässert werden. „Eine gigantische Verschwendung angesichts der Bedeutung von Torf für unser Klima“, kritisiert Lothar Gerner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) diese Planung, „100.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) werden allein durch den tieferen Abbau von Torf zusätzlich in die Luft abgegeben, ein Unding in heutiger Zeit, aber auch unter landwirtschaftlichen Flächen würde sich der Torf  als CO2 zersetzen und das Klima schädigen.“ 
 
Umweltverbände schlagen Alarm

Torf sollte im Moor bleiben und wiedervernässt werden, fordern die Umweltverbände BUND, NABU und ÖSSM. Viele Untersuchungen der letzten Jahre haben ergeben, dass auf Torf wachsende Moore eine sehr hohe Bedeutung für den Klimaschutz haben. „15 cm Torfschicht im Moor speichert genau so viel Klimagase wie ein 100jähriger Wald“, erläutert Gerner. 

< Übersichtskarte Abbaugebiet Lichtenmoor >

„Ein dicker Verfahrensfehler ist der Plan für den neuen Hauptgraben“, sagt Thomas Beuster von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), „dieser soll das gesamte Wasser des Abbaugebietes mitten durch die Entwicklungsgebiete für Hochmoor führen und entwässert sie damit. Dann sind die für viel Geld vom Landkreis gekauften Flächen für Moorentwicklung verloren, denn Moore brauchen Wasser zum Leben. Das Planungsbüro hätte andere Wege für die Entwässerung untersuchen müssen, das hat es nicht getan.“

„Schlimm an dem vorliegenden Antrag ist auch die Behauptung, nach dem vertieften Torfabbau könne sich wieder Moor bilden“, empört sich Jens Rösler vom Naturschutzbund (NABU), „das geht nur, wenn das Grundwasser bis an die Oberfläche reicht. Dies ist nach der Planung aber nicht gegeben. “   

Nach Ansicht der Umwelt- und Naturschutzverbände ist dieser Antrag so nicht genehmigungsfähig.

Lothar Gerner: „Es wird Zeit, dass die Politik aufwacht und erkennt, dass im Moorschutz eine große Bedeutung für den Klimaschutz liegt.


NABU NI, 30.01.2012

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Brutaler Gründlandumbruch

Umweltverbände fordern sofortigen Stopp des Tiefpflügens

In der Lichtenmoorniederung hat eine neue Welle des Grünlandumbruchs begonnen. Die Naturschutzverbände sind entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung von Grünland. Rund 15 ha sind schon umgebrochen worden und aktuell geht es an der Straße zwischen Lichtenmoor und Lichtenhorst auf einer Fläche von über 2 ha weiter. Bei Fahrten rund um das Lichtenmoor haben Mitglieder der Umwelt- und Naturschutzverbände von BUND und NABU mehrere Flächen festgestellt, auf denen mit brachialer Gewalt Grünland umgebrochen wurde. Mit Baggern, Raupen und Tiefpflügen wird das Grünland bis zu 1,5 m tief gekuhlt und anschließend planiert. „Wir dachten, es gilt das Grünlandumbruchverbot in Niedersachsen, wir sind schier entsetzt, wie hier mit dem Grünland und Boden umgegangen wird,“ empört sich Klaus Boße vom NABU. Durch das Tiefpflügen wird der natürliche Podsolboden, der zum Teil auch mit Hochmoortorf überwachsen ist, auf den Kopf gestellt. Die gewachsenen Bodenstrukturen werden zerstört, um vermutlich Ackerland zu schaffen.

1,5m tiefe Ackerfurche

Die Naturschutzverbände haben den Grünlandumbruch der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gemeldet. Nach Auskunft der Verbände gilt das Gründlandumbruchverbot seit 2009. Wer demnach Grünland umbrechen will, muss sich dies von der Landwirtschaftskammer, die die untere Naturschutzbehörde beteiligen muss, genehmigen lassen. Als Ausgleich für den Umbruch muss eine gleichgroße Ackerfläche als Grünlandneueinsaatfläche nachgewiesen werden. „Wir vermuten, dass für den Umbruch keine Genehmigung eingeholt wurde und hier Fakten geschaffen werden. Wir würden gerne wissen wo die Ersatzflächen liegen,“ erklärt Johanne Sailer vom BUND. Die Naturschutzverbände befürchten, seit dem sie den Tiefpflug am Montag an der Straße zwischen Lichtenhorst und Lichtenmoor auf einer Gründlandfläche am Rande des Lichtenmoors entdeckt haben, dass nun die nächsten Flächen umgebrochen werden. Die Verbände fordern von den Landwirten und Behörden, das Kuhlen sofort abzubrechen, um den rechtlichen Rahmen des Eingriffs zu klären. Weitere Schritte gegen den Grünlandumbruch behalten sich die Verbände vor.

 



Da der Grünlandumbruch unvermindert weiter ging, ist zwischenzeitlich die Polizei zur Beweissicherung vor Ort gewesen und der NABU Nienburg hat Strafanzeige gestellt!

NABU NI, 15.12.2011

Weitere Infos gibt es auch hier: NABU Niedersachen

Pressebericht aus der Harke am Sonntag vom 18.12.2011

Pressebericht aus der Harke am Sonntag vom 25.12.2011

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Was für eine Ehre - NABU Nienburg erhält höchste Auszeichnung

Der NABU Nienburg wurde als Anerkennung und Dank für das herausragende und beispielgebende Engagement um die Förderung des Natur- und Umweltschutzes und die Entwicklung des NABU, auf der Bundesvertreterversammlung in Berlin, mit der höchsten Auszeichnung die der NABU zu vergeben hat geehrt, - der LINA-HÄHNLE-MEDAILLE.

Im Beisein von über 250 NABU-Delegierten aus ganz Deutschland, wurden die Vorsitzenden Jens Rösler und  Klaus Boße im großen Festsaal des Roten Rathauses von Berlin, die Medaille und Urkunde vom NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke übergeben. Die Laudatio dazu hielt der Vorsitzende des NABU Landesverbandes Niedersachen, Dr. Holger Buschmann. Ein sehr bewegender Moment für Rösler und Boße!  

Dr. Holger Buschmann hält die Laudatio für den NABU Nienburg
Dr. Holger Buschmann hält die Laudatio für den NABU Nienburg
 

Herr Dr. Buschmann hob das besonders vielseitige und absolut nicht selbstverständliche ehrenamtliche Engagement der 900 Mitglieder des NABU Nienburg hervor. Die gute und überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem amtlichen Naturschutz, der Wirtschaft und den anderen ortsansässigen Naturschutzverbänden, die seit Jahreszehnten erfolgreiche Erfassung der Vogelwelt im Landkreis und dessen Dokumentation, die Gründung der NABU-Kindergruppe (NAJU Nienburg), das jährliche umfang- und abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm und die erfolgreiche und immer aktuelle Nutzung der digitalen Medien (Homepage im Internet und Facebook-Seite), die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bundes- und Landesverband und natürlich das Engagement um die Sicherung des 140 ha großen Gebietes der Liebenauer Kiesgruben – das NABU-Projekt welches bundesweit Beachtung findet.   

Ehrende und Geehrte
Ehrende und Geehrte. Von links: Dr. Holger Buschmann, Jens Rösler, Klaus Boße, Olaf Tschimpke

Alle diese Tätigkeiten und noch vieles mehr führten nun zur höchsten Ehrung die der NABU auf Bundesebene zu vergeben hat. "Wenn das kein Ansporn für die Zukunft ist", erkläre Jens Rösler abschließend.

NABU NI, 20.11.2011

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Die Spinnen kommen.
Ungeliebte Nützlinge kommen in die Häuser, NABU bittet um Verständnis

Mit den sinkenden Temperaturen schleichen sich nun wieder vermehrt andere Bewohner in die schützenden Häuser. Zu teilweise hysterischen Reaktionen führt der achtbeinige Einmarsch von Spinnen, die darauf hoffen, in einer stillen Zimmerecke mit fetter Beute den Winter zu überstehen. Der Naturschutzbund NABU will Verständnis für die ungeliebten Nützlinge schaffen und bittet, Spinnen nicht zu töten und sie im Notfall lebend vor die Tür zu setzen.

„Viele Menschen empfinden Angst oder gar Ekel gegenüber Spinnen, dabei sind sie äußerst interessante und in unseren Breiten absolut ungefährliche Tiere. In Mitteleuropa können nur die Wasserspinne und der Dornfinger durch ihren Giftbiss leichte Schwellungen auf der menschlichen Haut hervorrufen“, klärt Klaus Boße vom NABU Nienburg auf. Die mit acht Beinen ausgestatteten Spinnen gehören nicht zu den (sechsbeinigen) Insekten. Und Spinnen haben sich seit über 400 Mio. Jahren an fast alle Lebensräume auf der Erde angepasst und dabei zum Teil faszinierende Strategien entwickelt. 

Die bekannte Kreuzspinne, mit dem hellen Doppelkreuz auf dem Hinterteil, kann mit ihren acht Augen nur schlecht sehen. „Dafür hört sie mit den Beinen. Diese tragen lange Haare, mit denen Luftbewegungen und Schallschwingungen registriert werden“, so Boße. Im Gegensatz zu den Jagd- und Lauerspinnen ist die Kreuzspinne auch nicht auf ihre vier Augenpaare angewiesen, da sie ein Netz für den Beutefang baut. Dies schafft sie dafür in nur 45 Minuten.

Am Hinterleib trägt die Kreuzspinne sechs Spinnwarzen, aus denen die Spinnflüssigkeit austritt: Der Spinnfaden, der an der Luft hart wird, kann aus bis zu 600 Einzelfäden bestehen. In den frühen Morgenstunden baut die Spinne mit etwa 20 Meter Spinnfaden ihr Radnetz, das ihr zum Beutefang und Wohnen dient. Kreuzspinnen leben übrigens sehr umweltbewusst: Alte Netze werden gefressen, das Material wird recycelt und für ein neues Netz verwendet.

Kreuzspinne

„In der Mitte des Netzes wartet Kopf unter die Spinne darauf, dass sich Insekten an den klebrigen Fäden der Fangspirale verheddern. Dann eilt sie hin und fesselt die Beute mit einem breiten Fadenband, bevor sie sie mit den Giftklauen ihrer Vorderbeine tötet,“ erläutert der Naturschützer. Die Kreuzspinne sei auch eine Hungerkünstlerin, die tagelang ohne Nahrung ausharren könne, bewundert Boße,  „aber gewöhnlich stehen täglich drei bis vier Fliegen auf ihrem Speiseplan.“ 

Alle Spinnenarten, von denen es allein in Deutschland rund 800 gibt, leben räuberisch. Sie haben damit eine bedeutende Funktion in der Natur als Regulator der Insektenfauna. „Wie wichtig Spinnen im Naturhaushalt sind, davon bekommt man frühmorgens im Frühnebel eine wunderschöne Ahnung. Durch Tautropfen werden dann unzählige Spinnennetze, dicht an dicht auf einer naturbelassenen Wiese sichtbar“, schwärmt der Spinnenfreund.

Neben den netzbauenden Spinnen gibt es auch andere Arten wie z.B. die sogenannten Springspinnen, die ihre Beute im Sprung fangen, oder Jagdspinnen, die flink ihre Opfer hetzen. Krabbenspinnen verfügen über die erstaunliche Fähigkeit, sich zu tarnen indem sie sich wie das bekannte Chamäleon der Farbe der Umgebung anpassen. In unseren Häusern fühlen sich u.a. die Hauswinkelspinne, Zitterspinne und Speispinne recht wohl und befreien uns von lästigen Insekten wie Stechmücken und Stubenfliegen. Die eigentlich aus dem Mittelmeer stammende Speispinne verschießt innerhalb von Sekundenbruchteilen einen Leimfaden in Zickzackform über ihre Opfer.  

„Auch wenn wir unsere heimischen Spinnen auf den ersten Blick nicht so sympathisch finden, sollten wir lernen, Spinnen zu achten und nicht zu töten“.Die interessante Broschüre „Spinnen – Faszination auf den zweiten Blick“ mit vielen Informationen rund um Spinnen ist beim NABU erhältlich.

NABU Ni, 10.11.2011

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NABU baute Teiche für Moorfrosch, Laubfrosch und Co.
Drei von Fünfzig 'Lebendigen Teichen' in Darlaten angelegt

Darlaten-Uchte, Hannover - Dr. Burkhard Bauer und seine Frau sind Tierärzte und seit vielen Jahren Mitglieder im NABU Nienburg. Auf ihrem Grundstück finden sich dementsprechend viele Vogelnisthilfen, Fledermauskästen und natürlich darf auch ein Gartenteich nicht fehlen. 'Ganz nebenbei' befindet sich aber auch eine über fünf Hektar große Mähweide im Besitz der Eheleute Bauers.

Im Frühjahr dieses Jahres hörte Dr. Burkhard Bauer von dem neuen NABU-Niedersachsen Projekt 'Lebendige Teiche - Aufwertung von Kleingewässer im Siedlungsbereich Niedersachsens'. Er setzte sich mit Ralf Berkhan, Projektleiter NABU Niedersachsen, in Verbindung, es wurde ein Besichtigungstermin vereinbart und schnell war klar: Hier kann seltenen Amphibienarten, wie dem Moor- und dem Laubfrosch sogar mit dem Bau von gleich mehreren Teichen geholfen werden.

In dieser Woche (30. August) war es dann endlich soweit. zwei kleinere Teiche von etwa 450 Quadratmetern und ein größerer von etwa 950 Quadratmetern wurden innerhalb von zwei Tagen ausgebaggert. Die Mähweide wurde von den Eheleuten Bauers schon seit dem Jahr 1990 aus der üblichen Nutzung genommen - es wurden also weder Herbizide noch Dünger jeglicher Art eingesetzt. Nun heißt es allerdings warten, denn die Zeit der Amphibien ist für dieses Jahr fast schon um. Aber schon im nächsten Frühjahr werden sich diese neu entstandenen 'Oasen der Artenvielfalt' mit prallem Leben füllen, sind sich Ralf Berkhan und Jens Rösler, Vorsitzender NABU Nienburg, sicher.

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung sollen im Rahmen des NABU-Projektes 'Lebendige Teiche' in den nächsten drei Jahren 50 neue Kleingewässer in Siedlungsnähe entstehen, die zwar relativ groß, dafür aber recht flach angelegt werden. "60 Zentimeter Wassertiefe reichen vollkommen aus", erklärte Projektleiter Ralf Berkhan: "Dadurch können sich die Gewässer zum einen schneller erwärmen, zum anderen dürfen sie im Spätsommer gerne einmal austrocknen und im Winter durchfrieren. Damit wird eine dauerhafte Ansiedelung von Fressfeinden der Kaulquappen verhindert."

Neben dem Bau von Kleingewässern sucht der NABU Niedersachsen innerhalb des Projektes 'Lebendige Teiche' aber auch Freiwillige, die in einem zweitägigen Seminar zum Teichberater in ihrer Region ausgebildet werden können. Der NABU erhofft sich, auf diese Weise niedersachsenweit Ansprechpartner für Menschen zu finden, die auch in ihrem Garten seltenen Amphibien ein Zuhause geben wollen, aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen sollen.

Rückfragen: Ralf Berkhan, NABU-Projektleiter 'Lebendige Teiche', Telefon: 0511 / 9 11 05 22

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Hintergrund NABU-Projekt 'Lebendige Teiche'

Im Netz unter:
http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/teiche/
Kleingewässer weisen eine Artenvielfalt auf, die ihresgleichen sucht, da sie die Lebensraumansprüche sowohl von wasser- als auch von landliebenden Arten vereinen. Auch aus diesem Grund wurde in den letzten Jahrzehnten eine große Zahl an Gartenteichen angelegt. Viele von diesen sogar explizit aus Artenschutzgründen und um Amphibien ein neues Zuhause zu geben.

Doch sind es meist die häufigeren Amphibienarten, die von diesen Kleingewässern profitieren. Das liegt daran, dass zum Beispiel die gängige Literatur zur Anlage von Teichen suggeriert, dass Fische zu einem Gartenteich gehören, für deren Überwinterung eine entsprechende Tiefe vorhanden sein soll und dennoch mit dem Zuwandern von seltenen Arten zu rechnen sei. Tatsächlich benötigen die meisten selteneren Amphibienarten aber flache, sich rasch erwärmende Gewässer, die im Sommer sogar austrocknen und im Winter durchfrieren dürfen. Denn nur in diesen Gewässern gelingt eine schnelle Umwandlung der Larven und ein dauerhaftes Ansiedeln von Fischen und anderen Fressfeinden von Laich und Kaulquappen der Amphibien wird verhindert.

Der NABU Niedersachsen reagiert auf diese 'Notlage' mit seinem seit Jahresanfang laufenden Projekt 'Lebendige Teiche - Kleingewässer im Siedlungsbereich Niedersachsens', das durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördert wird. So sollen die Eigentümer künstlicher Kleingewässer im Siedlungsbereich und im siedlungsnahen Umfeld eine Fachberatung zur Optimierung ihrer Teichanlagen erhalten, und zwar von NABU-Ehrenamtlichen und anderen Freiwilligen. Diese Personen werden auf ihre Aufgaben in drei kostenfreien Seminaren mit jeweils 50 Teilnehmern und einer zweitägigen Schulungsdauer (Sonnabend/Sonntag samt Übernachtung) vorbereitet; Termin des ersten Schulungsseminars vom 5. bis 6. November 2011.
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NABU, 02.09.11

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 Vögel im Windpark

Am 22.05. hatte der NABU Nienburg zu einer besonderen öffentlichen Exkursion eingeladen. Es ging in den Windpark Mensinghausen bei Uchte.

Jens Rösler, Exkursionsleiter und 1. Vorsitzender des NABU Kreisverbandes, freute sich über die zahlreichen Teilnehmer. So konnte er neben NABU Mitgliedern auch Verwaltungsbeamte anliegender Gemeinden, Politiker, Flächeneigentümer der Windenergiestandorte, Landwirte und Vertreter anderer Naturschutzverbände am Sonntagvormittag begrüßen.

Ziel der NABU-Veranstaltung sollte sein, über das Thema Windenergie und Naturschutz, hier vor allem dem Vogelschutz, aufzuklären.

Wider erwarten konnten die Teilnehmer viele Vogelarten, die auf der Roten Liste der gefährden Vogelarten in Niedersachen aufgeführt sind, mitten im Windpark beobachten.

NABU Windparkexkursion Exkursion

Die Highlights der beobachteten Arten waren dabei die vom Aussterben bedrohte Wiesenweihe, die gefährdete Rohrweihe und der stark gefährdete Ortolan. Aber auch Kiebitze, Neuntöter, Wachtel und Schafstelze sowie die verschiedenen Grasmücken Arten und der Vogel des Jahres, der Gartenrotschwanz, konnten beobachtet werden bzw. deren Gesang vernommen werden.

Wiesenweihen Männchen
Wiesenweihen Männchen

Im Anschluss an die Exkursion wurde von Andre Meyer, Projektleiter bei der Firma WestWind Energy aus Kirchdorf bei Sulingen, alles Wissenswerte über den Ablauf von der Planung bis zum Betrieb des Windparkes erklärt. Auf großes Interesse bei den Anwesenden stießen vor allem die umfangreichen Erfassungen, die bereits vier bis fünf Jahre vor dem Bau der WEA begonnen hatten und auch weiterhin durchgeführt werden. Ebenso interessant war zu erfahren welche Ausgleichsmaßnahme von WestWind energy geleistet wurden und sich dadurch offensichtlich die Anzahl der Wiesenweihenbrutpaare im Raum kontinuierlich erhöhen. Im letzten Jahr erfolgte auch eine Brut in direkter Nachbarschaft zu einer Windenergieanlage. Erfreulicher Weise wurde offensichtlich auch 2011 erneut ein Brutplatz im Windpark besetzt.

Im Anschluss einer ausführlichen Diskussion an der sich alle Teilnehmer rege beteiligten, bestand die Möglichkeit sich eine Windenergieanlage von innen anzuschauen. Weiterhin wurde der Wunsch geäußert solche Art von Veranstaltungen regelmäßig anzubieten.

Vor Ort Diskussion über Windenergie

Abschließend waren sich alle Anwesenden sowie der NABU Nienburg einig, dass Windenergieanlagen im Landkreis Nienburg,  bei Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen für Mensch und Natur, eine sinnvolle und zu befürwortende Energiegewinnung ist. Der Weiterbetrieb der in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke hingegen wird abgelehnt! 

NABU NI, 25.05.11
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Nussjäger unterwegs

Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich am vergangenen Samstag die Kinder der NAJU-Gruppe Nienburg in Holtorf, um sich auf große Nussjagd zu begeben. Mehr als 20 Kinder suchten und sammelten fleißig Haselnüsse, vor allem jene mit Fraßspuren, denn die könnten von der Haselmaus stammen.

Nussjäger Gruppenbild

Von Jessica und Annika, den Leiterinnen der NAJU-Gruppe, erfuhren die Kinder beim ersten Treffen alles über die Haselmaus, die eigentlich gar keine Maus, sondern ein Bilch ist. Ganz heimlich lebt dieses etwa 7 cm große, vor allem nachtaktive Tier in Sträuchern, Hecken und Bäumen. Nur selten gelingt es, dieses Tier zu beobachten, weshalb man über das Vorkommen der Haselmaus bislang nur wenig weiß. Der NAJU Niedersachsen sowie der BUND Niedersachsen haben deshalb das Projekt die „Große Nussjagd in Niedersachsen“ initiiert, unterstützt von Bingo, um mehr über dieses scheue Tier zu erfahren.

Nussjäger bei der Arbeit

Kindergruppen waren und sind dazu aufgerufen, Haselnüsse zu sammeln und diese entweder an den NAJU oder den BUND Niedersachsen zu schicken, denn anhand der Fraßspuren können die Projektleiterinnen erkennen, ob sich eine Haselmaus an den Nüssen gütlich getan hat. Auch die Kinder der NAJU-Gruppe Nienburg sind nun gespannt, ob die von ihnen gesammelten Nüsse Haselmausfraßspuren aufweisen. Das Ergebnis erfahren sie mit etwas Glück schon in zwei Wochen. Für das nächste Gruppentreffen am 16. April bitten Jessica und Annika um Anmeldung per Email an NAJU@NABU-nienburg.de oder Tel. 05037 966359. Allgemeine Informationen zur NAJU-Gruppe Nienburg sind auch erhältlich unter www.nabu-nienburg.de.

NAJU NI, 08.04.11

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